Druckschrift 
Tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen, enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Gesänge für Gesunde, Betrübte, Kranke und Sterbende wie auch Sprüche, Seufzer und Gebete den Sterbenden vorzusprechen nebst Fest-Andachten ... und einem täglichen Gebetbüchlein für Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen und Unfruchtbare / von Joh. Friedr. Stark ...
Entstehung
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Vorbereitung zum Kirchgang.

Gejang.

Mel.: Gott, du frommer Gott.

Du hast, o großer Gott! 2c.

Dieser Gesang ist vorn Seite 123 abgedruckt und daher dort nachzuschlagen.

Die Wöchnerin schickt sich zu ihrem Aus- und Kirchengang.

Aufmunterung.

455

Wenn

enn Gott eine Sechswöchnerin gnädig ihre sechs Wochen erhalten, ihre Kraft ihr wiedergegeben, sie gestärkt, sie und ihr Kind vor Unglück bewahrt hat, daß sie nun ihren Kirchengang halten kann, so soll ihr Mund voll Rühmens sein, und den allerhöchsten Gott dankbar preisen und loben. Sie soll 1) erwägen, wie schwach und kraftlos sie sich in ihr Bett gelegt, aber wie Gott ihre Kräfte erneuert, daß sie nun gesund und frisch wieder ausgehen kann. 2) Sie soll gedenken, wie andere Sechs­wöchnerinnen schwere Krankheiten ausgestanden, nach ihren sechs Wochen ein schweres Lager und Unglück gehabt, ja gar gestorben sind; wenn aber Gott sie davor bewahrt, so soll man des Lobens und Dankens nicht vergessen. 3) Wenn sie überdies auch ihr Kind frisch und gesund sehen, so haben sie Ursache, diese hohe Wohlthat Gottes demütig zu erkennen. 4) Ihr Kirchengang soll demnach geschehen mit Andacht, mit einem dankbaren Herzen und lobenden Munde; sie soll sich erfreuen, wenn sie in die Vorhöfe des Herrn tritt und zu dem Altar sich naht. 5) Sodann ihr Gebet, Fürbitte und Danksagung verrichten, Gott loben, sich und ihr Kind Gott befehlen, den Segen empfangen und hernach der empfan­genen Güte Gottes allezeit eingedenk verbleiben.

Gebet.

Wie Sie soll ich dem Herrn vergelten alle Wohlthaten, die er an mir gethan hat? Ja, der Herr hat Großes an mir gethan, des bin ich fröh­lich. Odu gnädiger und starker Gott! ich will nun meinen Aus- und Kirchengang halten, dir in deinem Tempel zu danken für deine gnädige Hülfe und Beistand, den du mir hast erwiesen. Herr Gott! du hast mich glücklich entbunden, mein Leben erhalten, mein Kind mich fröhlich er­blicken lassen. Du hast, o gnadenreicher Gott! diese sechs Wochen mich erhalten, vor Unglück bewahrt; du haft mir die verlorenen Kräfte wie­der gegeben, daß ich nun in gutem Wohlsein kann zu deinem Tempel mich nahen. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. In der Angst rief ich den Herrn an, und der Herr