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Erster Teil Für Gesunde.
an mir sei, du hast mich lassen lehren, was ich soll meiden und was ich soll thun. Ach ja, du läsfest dich nicht unbezeugt, damit niemand eine Entschuldigung habe. Du giebst uns dein heiliges Wort und deine heiligen Sakramente, damit wir sie als Gnadenmittel zu unſerm Heil gebrauchen sollen; dein heiliger Geist will uns darin lehren, uns erleuchten, heiligen, stärken und gründen. Ach, barmherziger Gott! bewahre mich, daß ich kein vergeßlicher Hörer, sondern ein Thäter des Wortes sei. Was hilft mir alles Hören, wenn ich nicht darnach thue? Darum versiegele, o Gott, selbst in mir, was ich gehört und gelesen habe, und mache es auch in mir lebendig, thätig und kräftig. Ach, du Thürhüter! schließe doch mein Herz sobald zu, wenn das Wort des Lebens zu meiner Erbauung in dasselbe gegangen ist, damit es Satan mir nicht raube, daß ich leer wieder nach Hauſe gehen müsse. Gieb, daß ich mich spiegele nach dem Grempel so vieler tausend Menschen, die zwar dein Wort, o Gott! anhören, aber sich nicht bekehren, nicht frommer werden, noch die Bosheiten, Unarten und fündlichen Gewohnheiten ablegen, sondern vielmehr boshafter und frecher werden und bleiben. Was hilft solchen ihr Kirchengehen, ihr Singen, ihr Hören, ihr Beten? Wird das Wort sie nicht desto mehr verdammen und verklagen, da sie des Herrn Willen gehört, gewußt und doch nicht darnach gethan haben! Ach; mein Gott, laß mich diese Woche nun frommer und gottseliger werden; gieb, daß ich das gehörte Wort täglich wiederhole, davon mit den Meinigen rede, darüber mich erfreue und allezeit darnach thue. Habe ich aus deinem heiligen Wort vernommen, ich solle sanftmütig, demütig und barmherzig sein; ach! so verleihe mir Gnade, daß ich allezeit daran mich erinnere, und niemals in Zorn, Rachgier, Stolz und Unbarmherzigkeit verfalle, sondern meine Feinde liebe, mich selbst verleugne, und den
Univ- Bibl. Giessen


