Danksagung nach Anhörung des göttlichen Wortes. 25 Der gläubige Chrift dankt Gott nach angehörtem göttlichen Wort.
Aufmunterung.
Seid aber Thäter des Worts und nicht Hörer allein, damit ihr euch selbst betrügt. Jac. 1, 22.
Wie alle göttlichen Wohlthaten von den Kindern dieser Welt mißbraucht werden, also auch die Anhörung des göttlichen Wortes, und fie sind hierin von den wahren Kindern Gottes weit unterschieden. Weltkinder bilden sich ein 1) der Sonntag sei zu ihrer üppigkeit und Luftbarkeit eingesetzt, da sie, von der Arbeit frei, ihrem Fleisch sollen Vergnügen machen, welches doch grundfalsch ist. 2) Weltkinder gehen, wenn sie noch viel thun, als eine Ceremonie des Morgens zu dem Gottesdienste, Nachmittag aber zur Lust, auf die Jagd, zum Spiel, zum fündlichen Vergnügen, da sie einen Spaziergang vornehmen und hernach, wo nicht berauscht, doch mit eitlen Gedanken, sündlichen Zerstreuungen und weltlichen Thorheiten nach Hause kommen. 3) Weltkinder achten das gepredigte Wort nicht, und wenn man sie Montags fragen sollte, was ihnen ihr Kirchgang genützt, was sie gehört, was sie gelernt, so wissen sie nichts; der Teufel hat das Wort sogleich wieder von ihren Herzen genommen, daß sie nicht glauben und selig werden. Luc. 8, 12. 4) Und wenn sie ja noch etwas wissen, so bringen sie es doch nicht in die Übung. Wahre Kinder Gottes aber, wie sie den Tag mit Gott und mit Gebet angefangen haben, also 1) hören sie mit Andacht das Wort Gottes an. 2) Das Gehörte wiederholen sie zu Hause, schreiben es auf und freuen sich darüber als über einen großen Schatz. 3) Sie denken die ganze Woche daran, und trachten es in Übung zu bringen. Es hatte im alten Testament der Herr die Tiere zum Opfer erwählt, welche wiederkäueten: Und die Seelen sind ihm auch die liebsten, welche das gehörte oder gelesene Wort wiederkäuen, erwägen und aus demselben immer neue Nahrung, Kraft und Saft saugen, und sich also damit zum ewigen Leben erbauen.
Gebet.
du gnadenreicher Gott! wie kann ich dir genugſam danken, dich loben und preisen, daß du mich diesen Sonntag haft erleben lassen, an welchem ich dein heiliges Wort angehört und vernommen habe, wie ich soll recht glauben, fromm leben und dereinsten selig sterben. Du haft mir lassen kund werden, was dein gnädiger Wille


