Abendgebet am Sonntag.
mir als einen heiligen Samen aufgehen, dessen Früchte man an meinem Leben in der Frömmigkeit, Gottesfurcht, Absterben der Welt und einer heiligen Übergabe an dich wahrnehmen möge. Sei mein Schirm und Schatten wider die Hiße und Anfechtung, und wider die feurigen Pfeile des Satans. Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen? Wende Feuer und Wassersnot und alles Unglück von mir und den Meinigen ab und laß alle Betrübten, Kranfen und Sterbenden deine reiche Gnade genießen; so soll morgen früh unser aller Mund deines Ruhmes voll sein, und wir wollen erzählen, was du Gutes uns an Leib und Seele gethan haft. Verzeihe mir! wenn ich nicht mit solchem Eifer dir heute gedient, wie ich billig gesollt, und nimm deswegen deine Gnade nicht von mir. Laß in der neuen Woche alles neu an mir sein, schenk mir eine neue Liebe und Verlangen nach dir, einen neuen Trieb, dir zu dienen und zu gehorchen; laß mich die in der vorigen Woche begangenen Sünden meiden und fliehen, damit jedermann erkenne, daß ich den Sonntag nicht vergebens hingebracht habe. Hilf, daß ich fleißig erwäge, daß ich eine unsterbliche Seele habe, damit ich mehr um meine Seele, als um den Leib bekümmert sei. Ich sehe mich, mein Gott, nach meiner Ruhestätte um; ich erinnere mich dabei an meine Grabftätte, darin ich ruhen werde, bis du mich an dem frohen jüngsten Tage zum ewigen Leben erwecken wirst. So gehe denn hin, mein Leib, in deine Kammer zur Ruhe; du aber, meine Seele, in die Wunden Jesu.
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Laß mich, Herr, nicht von dir wanken, In dir schlaf' ich sanft und wohl; Gieb mir heilige Gedanken, Und bin ich gleich Schlafes voll,
So laß doch den Geist in mir Zu dir wachen für und für,
Bis die Morgenröt' angehet Und man von dem Bett aufstehet. Amen.


