13
Himmelreichs verhieß, desto empfänglicher werden möchten. Endlich kommt die Charwoche; es versenkt sich die Kirche, die Braut des Herrn, in die tiefste Trauer über ihren Bräutigam, der durch den schmachvollen Kreuzestod ihr entrissen ward. Nur ein kurzer Jubel eri ebt sich am Gründonnerstag beim Gloria über die Einsetzung dee heiligsten Altarsakramentes, um segleich auf die Wehrufe und Klagetöne des Sharfreitags und die Grabesstille des Char samstags einzuleiten; bie der Ostertag die böchste Freudenfeier über den Auferstandenen anfündigt! Doch nur der kann einem sol chen Feste froh entgegenschen, der würdig dessen Vorbereitungszeit begangen hat. Drum bete, faste und betrachte, o Chrift, büße und traure mit deiner Kirche, so wirst du auch mit ihr ein freude- und gnadenreiches Ofterfest feiern.
Am Aschermittwoch.
Vor dem Amte, zu welchem dieselben Gesänge wie an den Fastensonntagen( f. unten) genommen werden, ist die
Weihung der Asche.
( Nach dem römischen Meßbuch.)
V. Der Herr sey mit euch!
R Und mit deinem Geiste.
Lasset uns beten! Allmächtiger ewiger Gott, schone der Bußfertigen, scy gnädig den Flehenden, und würdige Dich, deinen heiligen Engel herabzusenden vom Himmel, der tsegnen möge und heiligen diese Asche, damit sie ein Heilmittel sey für Alle, die deinen heiligen Namen in Demuth anflehen und sich selbst im Bewußtseyn ihrer Schuld anklagen, vor dem Angesichte deiner göttlichen Milde ihre Missethaten bereuen, oder deine huldvolle Vatertreue fußfällig und inständig anrufen; und verleihe durch die Anrufung deines heiligsten Namens, daß Alle, die damit zur Vergebung ihrer Sünden bestreut werden, Gesundheit des Leibes und Schutz der Seele erlangen mögen. Durch Christum deinen Sohn, unsern Herrn. R. Amen.
Lasset uns beten! Gott, der Du nicht den Tod, sondern die Buße des Sünders verlangst, sieh' gnädig an die Gebrechlichkeit der menschlichen Natur, und würdige Dich, diese Asche, welche wir, um unsere Demuth an den Tag zu legen und Vergebung zu erwirken, auf unsere Häupter gestreut zu erhalten begehren, nach deiner Vaterhuld zu † seg= nen, auf daß wir, die wir erkennen, daß wir Asche sind, und zur Strafe unserer Sündhaftigkeit in Staub zurückkehren werden, die Vergebung aller unserer Sünden und die den Bußfertigen verheißenen Belohnungen von deiner Barmherzigkeit


