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SUCH
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Kurzer Unterricht vom Gebete.
Bereite deine Seele vor dem Gebete, und sei nicht wie ein Mensch, der Gott versucht. Sirach 18, 23.
Das Gebet ist eine Erhebung des Gemüthes zu Gott, um entweder mit Vertrauen zu begehren, was uns heilsam ist, oder die Macht und Gnade Gottes zu preisen, oder uns der höchsten und ewigen Majestät Gottes demüthig zu unterwerfen; es ist des= halb Anbetung, Hingabe, Aufopferung, Anrufung. Danksagung. Kein gutes Werk wird in der heil. Schrift mehr empfohlen, feines ist von frommen und heiligen Menschen mehr geübt worden, keines ist auch in diesem Leben nöthiger, als das Gebet. Der heil. Chrysostomus sagt hierüber: ,, Das Gebet ist gleichsam die Wurzel und die Grundlage der übrigen Tugenden.
Wie nothwendig das Gebet ist, kannst du daraus sehen, daß Gott es uns befiehlt und andererseits unsre Armseligkeit und Noth von selbst une dazu antreibt. Jesus Christus hat gesagt: " Wachet und betet", und wieder: Ihr sollt allzeit beten." Er felbst hat ganze Nächte im Gebete zugebracht, und uns im heil. ,, Bater unser" das Beten gelehrt. Das Gebet ist ein hauptsächliches Mittel, durch welches Gott unsern Nöthen zu Hilfe kommen, unsere Armuth reich machen und unsere Secle mit allerlei Gnaden anfüllen will. Christus spricht: Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgethan werden. Denn ein Jeder, der bittet, empfängt; wer fuchet, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgethan werden." Luc. 11, 9.
Höre bie Ermahnung Sirach's 18, 23: Bor dem Gebete bereite deine Seele, und sei nicht wie ein Mensch, der Gott versucht" und die Worte des heil. Chrysostomus:" Lasset uns nicht bloß beten, sondern so beten, daß wir erhört werden."
Um der Früchte des Gebetes theilhaftig zu werden, müssen wir beten
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1) mit Andacht, d. h. wir müsfen von Herzen beten und alle zerstreuenden Gedanken nach Kräften meiden, damit nicht auch von uns gilt, was der Heiland spricht: Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit von Mir." Matth. 15, 8. in 1*


