Druckschrift 
Kommunionbüchlein für alle Gott liebenden Seelen : es enthält die Gebete am Vorabende und für die Kommunion-Tage, als Morgen-, Abend- und Meßgebete, verschiedene Kommunion-Andachten nebst Betrachtungen und Gebeten zur Nachmittags-Andacht
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2 rr

feit

ei agen,

die man vor dem Enfange der

Kommunion era an sein Herz stellen und deren wahrhafte Beantwortung man tief wägen soll.

1. Wen soll ich empfangen? Du sollst empfangen Jesum Chrisfum, den Sohn Gottes, den Herrn der Herrlichkeit, den, der Mensch ward, litt, starb, auferstand am Grabe und nun zur Rech­ten des Vaters figet, dem alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden. Ihn sollst du empfangen, von dem David sagt: Wenn ich nur dich habe, o Herr, was frage ich dann nach Himmel und Erde!"

2. Warum soll ich Christum empfangen? Deswegen weil der Mensch nur dann, wenn er mit Gott wieder vereiniget wird, wahrhaftig glücklich und selig werden kann.

Deswegen sagte Jesus selbst: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wenn ihr nicht esset das Fleisch des Menschensohnes, und nicht trinket fein Blut, so babt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ist und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben." Joh. 6, 51. 55.

Werde also vereinigt mit Gott durch Christus, und du erhälst das ewige Leben; bleibe in dieser Vereinigung und du hast das ewige Leben in dir.

3. Wie soll ich Christum empfangen? Wie wichtig ist diese Frage! Selbst der h. Apostel Paulus ermahnt die Christen zu Korinth: Wer unwürdig dieses Brod ist, und den Kelch des Herrn trinkt, der versündigt sich an dem Leibe und dem Blute des Herrn. Es prüfe sich also der Mensch selbst, und dann esse er von diesem Brode und trinke aus diesem Kelch. Denn wer unwürdig ißt und trinkt, der ißt und trinkt sich selbst das Gericht und den Tod hinein, weil er den Leib des Herrn nicht unterscheidet. Darum sind Viele schwach und krank unter euch, und Viele sind entschla­fen."

1. Cor. 11, 26. 30.

Also prüfe dich wohl vorher, überlege recht, mit welch einer An­dacht, mit welch' einem Verlangen, mit welch' lebendigem Glauben, mit welcher Hoffnung, mit welch' heiliger Liebe, mit welch' inniger Reue, mit welch tiefer Demuth du deinen Herrn und Gott, deinen Erlöser und Seligmacher zu empfangen hast. Stelle dir recht vor, mit welcher Andacht, Demuth und Anbetung die Apostel das erste­mal den Leib und das Blut des Herrn aus seiner Hand empfangen haben. O wenn du recht erkennen könntest, was das heißt: Christum empfangen zu dürfen, wie würdest du dich freuen, wie tief würdest du dich beugen vor ihm!

Grüße an Jesum Christum im allerheiligsten Altarssakramente,

als Tugendakte und andächtige Seufzer, welche sowohl, wenn man in die Kirche kommt, wie auch zu einer jeder andern Zeit nüßlich zu gebrauchen sind.

Akt des Glaubens. Mein Gott im Sakramente! Ich glaube an dich, ich glaube Alles, was einem Christen zu glauben obliegt, weil du die ewige, untrügliche Wahrheit, dieses gesagt und offen­bart hast. Besonders aber und ohne allen Zweifel glaube ich an