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Ein Anderes.
1.
Maria, Geist und Mund beginnt dein Lob, o Mutter, die der Sohn hoch auf den Ehrenthron zu sich erhob. Neige dein Gnadenohr der frommen Schaar, sie bringet Herz und Sinn dir, himmelskönigin zum Opfer dar.
2. Zur Mutter seines Sohn's, von Ewigkeit hat dich aus Tausenden dein Schöpfer auserseh'n und eingeweiht. Darum betraf dich auch das Urtheil nicht, das durch den Apfelbiß uns Adamskinder riß ins Strafgericht.
3. Dein unbefleckter Leib gebar das Pfand, das zwischen Gott und Welt von Menschenhuld beseelt als Mittler stand. An allem seinem Thun nahmst du Theil, du littst im Herzen mit, was dein Geliebter litt für unser Heil.
4. Noch rühret dieses Heil dein Mutterherz, beglückt zunächst bei Gott bewegt dich uns're Noth und unser Schmerz; die Thränen, die der Christ aus Tugend weint, bleiben nicht ohne Lohn, du bringst sie vor den Thron und Hilf' erscheint.
5. O siet' mit Zärtlichkeit auf uns herab, es bebt in uns'rer Hand bis hin in's Vaterland der Wanderstab. Erbitt' uns Munterfeit in uns'rer Pflicht, daß es an Muth und Kraft in uns'rer Pilgerschaft uns nicht gebricht.
6. Auf uns're Fürsten gieß den Segen aus; halt unter deiner Huth vor aller Feinde Wuth Land, Stadt und Haus. Erreichen wir das Ziel, das Gott uns gab, o dann führ' unsern Geist, der dich jetzt singend preist, zum Himmel ab.
( Das deutsche Te Deum laudamus, ,, Großer Gott, wir loben dich," zc. befindet sich auf der Seite 286.)
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