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5. Komm, heiliger Geist! vom himmlischen Thron, dir werde zugleich mit Vater und Sohn in unzertheilter Wesenheit, von nun an bis in Ewigkeit, Anbetung und Dank, und Jubel geweiht.
Lied an allen Frauenfesten.
1.
O Mutier Gottes, hoch belohnt von Jesu, deinem Sohne! O glänzender als Sonn' und Mond, in deiner Himmelskrone; von deinem Glücke sing' ich hier mit Her zenslust auf Erde; o daß mein guter Wille dir ein süßes Opfer werde.
2. Was kann ich sonst, als oft an dich und deine Größe denken, dich findlich lieben, täglich mich dir, o Maria! schenken, was kann dir sonst ein Adamskind im Jammerthale geben, wenn Engel selbst dir dienstbar sind, und deinen Thron umschweben?
3. Die Demuth und die Reinigkeit, die deine Seele schmückten, die waren es insonderheit, die dich so sehr beglückten. Durch diese wählte Gott, dein Freund, zur Mutter dich vor Allen; wer diese Tugenden vereint, wird ihm und dir gefallen.
4. Du hörest jeszt an seiner Hand der Seraphinen Lieder, und blickest freundlich auf das Land der Sterblichen hernieder. O milde Jungfrau! darf ich dir mit Inbrunst wiederholen, was dir dein Jesus auch von mir am Kreuze noch empfohlen?
5. 3war weiß ich, ich verdiente nicht bisher dein Kind zu heißen, doch will ich mich nach Christenpflicht es werth zu sein befleißen. Du gibst auf meiner Pilger fahrt mir deinen Muttersegen, so geh' ich Feinden aller Art mit Christenmuth entgegen.
6. Besonders in der legten Noth, wenn Menschen mich verlassen, wenn Tod erschreckt und Hölle droht, laß mich das Kreuz umfassen; das Kreuz, an dem du leidend stundst bei Deines Sohues Sterben, und führe mich durch deine Gunst zu seines Reiches Erben.


