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Gesangbuch für die Herzogthümer Bremen und Verden zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste und bei der Privat-Andacht
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Geschichte der Berstörung Jerusalems.

da ste schon ausgehungert und auf's| einzelne wüste Gebäude und Thürme Höchste bedrängt waren; wurde übrig geblieben, allein nur öde, zum nichts daraus, und ist die Stadt 3eichen, daß daselbst ehemals eine nur wenige Tage kümmerlich auf Stadt gewesen wäre. Und ist also gehalten worden. Mittlerweile ist Jerusalem verwüstet und zu Grunde eine unzählige Menge Volk aus verderbet den achten Tag des Sep­großer Angst und höchster Noth me tember, im fünften Monat darnach, gen des unerträglichen Hungers als die Stadt zuerst belagert wor aus der Stadt in das Lager, den den. Der Gefangenen bat Titus Feinden in die Hände, gelaufen; bei siebenzehntausend, alle junge, da bat man fie sehr wohlfeil ver- starke Mannspersonen, nach Aleran­kauft. Damals haben die Kriegs- dria geschickt, um daselbst wie leib­knechte von ungefähr gesehen, daß eigene Knechte Steine zu tragen ein Jude aus seinem eigenen und zu arbeiten. Viele Juden hat Miste Gulden gelesen, welche er man wie das Vieh gar wohlfeil eingeschluckt gehabt; da ist bald verkauft; zweitausend hat man hin ein Gerücht durch das ganze La und wieder in die Länder durch das ger unter dem Kriegsvolk gegan- ganze römische Reich ausgetheilt, daß gen, die Süden, welche heraus in man fte, wenn man Schauspiele ge­das Lager geflohen, hätten Gold halten, zum Gepränge von den wil­eingeschluckt; denn es waren etliche, den Thieren hat zerreißen lasſen. welche wegen fleißigen Besuchens sonst nichts, als Gold, wegbrin­gen oder vor den Soldaten behal­ten konnten. Dies Gerücht gab nun Ursache, daß von den Kriegs­knechten, welche dachten, sie würden, bei allen Juden Gold finden, über zweitausend Juden in einer Nacht aufgeschnitten wurden; und ihrer wären noch viel mehr umgekom­men, wenn Titus nicht bätte aus­rufen und gebieten lassen, daß man die Gefangenen nicht tödten follte.

Die Menge aller Gefangenen, die am Leben geblieben, sind an der 3ahl fiebenundneunzigtausend, da doch, als die Belagerung angefangen wurde, wohl zehnmalhunderttau­send in der Stadt gewesen sind, wel­ches mehrentheils Fremde und nicht Bürger, wiewohl alle von jüdischem Stamm und Geblüte, gewesen sind.

18 nun Titus Jerusalem mit Gewalt eingenommen, verbrannt, zerrüttet und verheert hatte; befeste er den Ort des Landes mit etlichen Kriegsknechten um der umliegenden Endlich ist die Stadt Jerusalem Länder willen, und rückte bis an erobert, und weder Jung, noch Alt den Fluß Euphrat; denn soweit verschont worden; doch hat man ging damals das römische Reich. ein Gebot ausgerufen, daß man Als aber diese gewaltige, berühmte aller elenden Leute, die zu keiner und heilige Stadt Jerusalem ver­Wehr oder Widerstand vermögend wären, schonen sollte. Also ist ganz Jerusalem durchaus von den Fein­den schrecklich geplündert, angesteckt und verbrannt, der größte Theil zer­rüttet und verwüstet worden; wenige Gebäude sind stehen geblieben, daß man nur etliche römische Kriegs­völker datinnen hat zur Besetzung lasfen können. So sind auch etliche liches Ende genommen.

stört worden, hat man gezählt vom Anbeginn der Welt 4034, vom An­fang der Stadt Rom 823, nach dem Leiden Christi 40 Jahre. Also hat Jerusalem, die allerberühmteste Stadt im ganzen Morgenlande, we= gen ihrer Sünden, Bosheit und Widerspenstigkeit gegen Gott und Jesum ein elendes und jämmer­