Druckschrift 
Gesangbuch für die Herzogthümer Bremen und Verden zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste und bei der Privat-Andacht
Entstehung
Einzelbild herunterladen

170 Die harmonische Geschichte des Leidens, des Todes 2.

Und der das gesehen hat, der hat| reien, wie die Juden pflegten zu be­es bezeugt, und fein 3eugniß ist graben. Es war aber an der Stätte, wahr, und derselbige weiß, daß er da er gekreuzigt ward, ein Garten, die Wahrheit fagt, auf daß auch ihr und in dem Garten ein neues Grab, glaubet; denn solches ist geschehen, das war Josephs, welches er hatte daß die Schrift erfüllet würde: Ihr lassen in einen Felsen hauen, in follt ihm kein Bein zerbrechen. Und welches niemand je gelegt war. Da­abermal spricht eine andere Schrift: selbst hin legten fie Jesum um des Sie werden sehen, in welchen sie Rüsttags willen der Juden, dieweil gestochen haben. der Sabbath anbrach, und das Grab nahe war, und wälzten einen gro­Ben Stein vor die Thür des Gra­bes, und gingen davon. Es waren aber allda Maria Magdalena und Maria Joses, und die Weiber, die mit Jesu gekommen waren aus Galiläa; die folgten nach, segten sich gegen das Grab, und beschaue­ten, wohin und wie sein Leib gelegt ward. Sie kehrten aber um, und bereiteten Specerei und Salben, und den Sabbath über waren sie stille nach dem Gesez.

Des andern Tages, der da folgt nach dem Rüsttage, kamen die Hohenpriester und Pharisäer fämmt­lich zu Pilato und sprachen: Herr, wir haben gedacht, daß dieser Ver­führer sprach, da er noch lebte: Ich will nach dreien Tagen auf­erstehen. Darum befiehl, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag, auf daß nicht seine Jünger kommen und stehlen ihn, und sagen zu dem Volke: Er ist auferstanden von den Todten; und werde der letzte Betrug ärger, denn der erste! Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Hüter; geht bin, und verwahrt es, wie ihr wisſet! Sie aingen hin, und verwahrten das Grab mit Hütern, und verfies

5. Abtheilung. Das Begräbniß Jesu. arnach am Abend, weil es der Rüsttag war, welcher ist der Borsabbath, kam ein reicher Mann von Arimathia, der Stadt der Ju­den, mit Namen Joseph; der war ein Rathsherr, ein guter frommer Mann, welcher auch auf das Reich Gottes wartete; der hatte nicht ge­willigt in ihren Rath und Handel; denn er war ein Jünger Jesu, doch beimlich, aus Furcht vor den Juden. Der wagte es, und ging zu Pilato, und bat, daß er möchte abnehmen den Leichnam Jesu. Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon todt war, und rief den Hauptmann, und fragte ihn, ob er längst gestorben wäre? Und als er es erkundet von dem Hauptmann, befahl er, man sollte Joseph den Leichnam Jesu geben.

Und Joseph kaufte eine Leinwand. Es kam aber auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu ge­kommen war, und brachte Myrrhen und Aloe unter einander, bet hun­dert Pfunden. Da nahmen sie den Leichnam Jesu, und wickelten ihn in eine reine Leinwand und banden ihn in leinene Tücher mit Spece- gelten den Stein.

ng dr