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Gesangbuch für die Herzogthümer Bremen und Verden zum Gebrauch bei dem öffentlichen Gottesdienste und bei der Privat-Andacht
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Die harmonische Geschichte

der

feine Jünger. Judas aber, der ihn nun schlafen und ruhen? Es ift verrieth, wußte den Ort auch; denn genug. Sehet, die Stunde ist ge­Jesus versammelte sich oft daselbst kommen und des Menschen Sohn mit seinen Jüngern. Da sprach wird überantwortet in der Sün­Stehet auf, und Jesud zu ihnen: Seget euch hier, der Hände. uns stebe, gehen! bis daß ich dort hingebe und bete. laffet Und er nahm zu sich Petrum und mich verräth, ist nahe; betet Jakobum und Johannem, die zween aber, auf daß ihr nicht in Anfech­Söhne Bebedäi, und fing an zu tung fallet! trauern, zu zittern und zu zagen, und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis in den Tod; bleibet hier, wachet mit mir, und betet, auf daß ihr nicht in anfechtung fallet! Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf und knieete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüberginge, und sprach: Abba, mein Vater! es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelche; doch nicht, was ich will, sondern was du willst! Und er kam zu sei­nen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon! schläfft du? vermochtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. 3um andern Mal ging er hin, betete und sprach: Mein Bater! ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschebe dein Wille! Und er kam, und fand sie aber­mal schlafend; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und wuß­ten nicht, was sie ihm antwor= teten. Und er ließ sie, und ging abermal bin, und betete zum britten Mal, und redete dieselbi­gen Worte.

Und alsbald, da er noch redete, kam Judas, der 3wölfen einer; da er batte zu sich genommen die Schaar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schrift­gelehrten, ging er vor ihnen her, und kam dahin mit Fackeln, Lam­pen, mit Schwertern und mit Stan­gen. Der Verräther aber hatte ihnen ein Beichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist es; den greifet und führet ihn gewiß! Als nun Jesus wußte alles, was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Jesus sprach zu ihnen: Ich bin's. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bin's; wichen sie zurück, und fielen zu Boden. Da fragte er sie aber­mal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, daß ich's fei; suchet ihr denn mich, so laffet diese gehen! Auf daß das Wort erfüllet würde, wel­hes er sagte: Ich habe der feinen verloren, die du mir gegeben haft. Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und sprach: Gegrüßt ſeist du, Rabbi! und küßte ihn. Jesus Es erschien ihm aber ein Engel aber sprach zu ihm: Mein vom Himmel und stärkte ihn. Freund, warum bist du gekoms Und es kam, daß er mit dem men? Juda! verräthst du des Tode rang, und betete heftiger. Menschen Sohn mit einem Kuß? E war aber sein Schweiß Da traten sie hinzu, und legten wie Blutstropfen, die fielen auf die Hände an Jesum, und grif­die Erde. fen ihn.

Und er stand auf vom Gebet, und Da aber sahen, die um ihn waren, kam zu seinen Jüngern, und fand was da werden wollte, sprachen fie fie schlafend vor Traurigkeit, und zu ihm: Herr! sollen wir mit dem sprach zu ihnen: Ach, wollet ihr Schwert breinschlagen? Da hatte