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Johann Friedrich Starck's ... tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen : enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Lieder zum Gebrauche gesunder, betrübter, kranker und sterbender Christen ; mit der Lebensbeschreibung des sel. Verfassers / von M. Johann Jakob Stark ...
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zu ihrem Kirchengang.

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deinem Tempel mich nahen. Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. In der Angst rief ich den Herrn an, und der Herr erhörete mich, und tröstete mich. Der Herr ist meine Macht, mein Psalm und mein Heil. Herr, ich danke dir, daß du mein Leben in der Geburt erhalten; ich danke dir, daß dit mir meine Kräfte wiedergegeben; ich danke dir, daß ich nun durch deine Kraft meinen Ausgang halten und dir in deinem Tempel für alle empfangenen Wohlthaten danken kann. Ach Herr! nimm an das schwache Lobopfer meiner Lippen. Ich freue mich, daß mir verheißen ist, daß ich soll in den Tem­pel gehen und meine Füße stehen sollen in den Choren des geistli­chen Jerusalems. Eins bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne, daß ich in dem Hause des Herrn bleiben möge mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn. Ach mein Gott! laß diesen Ausgang gesegnet seyn, gib mir mit jedem Tag mehr Kräfte, laß mein Kind wachsen zu deinem Preis. Ich bringe dir an diesem Tage ein Paar Turteltauben, mein dankbar Herz und meinen lobenden Mund, ach! verschmähe das Opfer nicht. Ich bringe dir das vollkommene Versöhnopfer, Jesu Blut und Tod, in wahrem Glauben, damit reinige mich und wasche mich. Ich opfere dir auch nochmals mein Kind auf, wie ich es schon in der heiligen Taufe gethan, ach! sey hinfüro sein Vater, sein Pfleger, sein Schußherr, sein Erhalter und gnädiger Gott. Laß aber auch deine Gnadenflügel ferner ausgebreitet seyn über mich und mein Kind, laß uns vor dir leben und deinen Namen prei sen. Gib, daß ich dieser Wohlthat allezeit eingedenk seyn und bleiben möge, damit ich im Glauben, in der Frömmigkeit und Gottesfurcht beharren, und darin auch meine Kinder erziehen möge. Gib mir und meinen Kindern deinen heiligen Geist, der 1 uns erleuchte, heilige, regiere und führe auf ebener Bahn, bis ich und meine Kinder werden zu deiner Herrlichkeit eingehen, in das neue Jerusalem, wo du selbst Sonne und Licht bist. Ich will, so lang' ich lebe hier, den Herrn lobpreisen für und für; viel Gutes hat er mir gethan, viel mehr als ich erzählen kann. Er hat geholfen überall, und sonderlich zu diesem Mal hat er allein durch seine Hand das Unglück von mir abgewandt. Amen.

Gesang.

Mel. Alle Menschen müssen sterben.

1. Gott hat mein Gebet erhöret; Also sprech' ich hoch erfreut, Weil er das, was ich begebret, Gnädiglich verliehen heut'; Nun erkennet mein