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Johann Friedrich Starck's ... tägliches Handbuch in guten und bösen Tagen : enthaltend Aufmunterungen, Gebete und Lieder zum Gebrauche gesunder, betrübter, kranker und sterbender Christen ; mit der Lebensbeschreibung des sel. Verfassers / von M. Johann Jakob Stark ...
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Die Sechswöchnerin schicket sich

10. Laß mich an jenem Tag Auch meine Kinder sehen, Daß sie vom dir verklärt zu deiner Rechten stehen, Auf daß ich sagen kann: Hie bin ich und die Gab', Die Kinder, die ich einft Von dir empfangen hab'.

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Die Sechswöchnerin schicket sich zu ihrem Kirchengang. Aufmunterung.

Wenn Gott eine Sechswöchnerin gnädiglich ihre sechs Wochen hindurch erhalten, ihre Kräfte wiedergegeben, sie gestärket, sie und ihr Kind vor Unglück bewahret hat, daß sie nun ihren Kirchengang halten kann, so soll ja allerdings ihr Mund voll Rührung seyn, und den allerhöchsten Gott dankbarlich preiſen. und loben. Sie soll 1) erwägen, wie schwach und kraftlos sie sich in ihr Bette gelegt, aber wie Gott ihre Kräfte erneu ert habe, daß sie nun gesund und frisch wieder ausgehen kann. Sie soll 2) bedenken, wie andere Sechswöchnerinnen schwere Krankheiten ausgestanden, nach ihren sechs Wochen ein schweres Lager und Unglück gehabt haben, ja gar gestorben sind, und deßwegen Gott, der sie davor bewahret, mit besondern Lob­und Danfliedern erheben und preisen. Wenn sie über das auch ihr Kind frisch und gesund siehet, so hat sie 3) Ursache, die hohe Wohlthat Gottes demüthigst zu erkennen. Jhr Kirchens gang demnach soll 4) geschehen mit Andacht, mit einem danks baren Herzen und lobenden Munde, sie soll sich erfreuen, wenn sie in die Vorhöfe des Herrn tritt, und zu dem Altar sich nahet. Sodann soll sie 5) ihr Gebet, Fürbitte und Danksagung verrich­ten, Gott loben, sich und ihr Kind befehlen, den Segen em­pfangen, und hernach der empfangenen Güte Gottes allezeit eingedenk verbleiben.

Gebet.

Wie soll ich dem Herrn vergelten alle Wohlthaten, die er an mir gethan hat? Ja, der Herr hat Großes an mir gethan, deß bin ich fröhlich! O du gnädiger und starker Gott! ich will nun wieder meinen ersten Kirchengang halten, dir in deinem Tempel zu danken für deine gnädige Hülfe und für den starken Beistand, den du mir hast erwiesen. Herr Gott! du hast mich glücklich entbunden, mein Leben erhalten, mein Kind mich fröhlich lassen erblicken. Du hast, o gnadenreicher Gott! diese sechs Wochen mich erhalten, vor Unglück bewahret, du hast mir die verlorenen Kräfte wiedergegeben, daß ich nun in gutem Wohlseyn kann zu