Vom Tode.
Andern auch bald hinüber wan
dern.
Paul Gerbardt, geb. 1606, † 1676.
Mel. Herzlich thut mich zc.
621. So hab ich obgesteget; mein Lauf ist nun vollbracht. Ich bin gar wohl vergnüget; zu tausend guter Nacht! Ihr aber, meine Lieben, thut nicht so ängstiglich. Was wollt ihr euch betrüben? Stehts doch sehr gut um mich).
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heit ist verdorben, worinnen ich geschwebt.
7. Schmückt meinen Sarg mit Kränzen, wie sonst ein Siegsmann prangt. Aus jenen Himmelslen
zen hat meine Seel erlangt die ewig grüne Krone; die werthe Siegespracht rührt her von Gottes Sohne, der hat mich so bedacht.
2. Denft, Vater, wie viel Sorgen, wie manche wache Nacht, wie manchen düstern Morgen ein liebes Kind oft macht. Was ihm kann widerfahren, das fürchtet, der es liebt; den Kummer könnt ihr sparen, drum seyd doch unbetrübt.
3. Ach, Mutter, laßt die Zähren, stellt euer Klagen ein, des Höchsten sein Begehren das muß erfüllet seyn; warum ihr jetzo wei= net und gar so kläglich thut, das ist sehr wohl gemeinet: Gott machet alles gut.
8. Noch netzet ihr die Wangen, ihr Eltern über mir; euch hat das Leid umfangen, das Herze bricht euch schier. Des Vaters treue Liebe sieht sehnlich in mein Grab; die Mutter stehet trübe und kehrt die Augen ab.
9. Ich war euch nur geliehen auf eine kurze Zeit. Will Gott mich zu sich ziehen, so werfet hin das Leid und sprecht: Gott hats gegeben, Gott nimmts! er hat es Necht, bei ihm steht Tod und Leben; der Mensch ist Gottes Knecht.
10. Daß ihr mein Grab müßt sehen, zeigt unsern schwachen Stand. Daß es so bald geschehen, thut Gottes Baterhand. Gott wird das Leid euch stillen; ich sterbe nicht zu jung; wer stirbt nach Gottes Willen, der stirbt schon alt genung. Gottfr. Wilh. Sacer, geb. 1635, † 1699.
4. Die Freude, die sich reget bei einem Wandersmann, wenn er die Reis hinleget und kommet glücklich an, die Freude, die empfindet ein Schiffer, wenn er schier ein sichern Hafen findet, die spür ich jetzt bei mir.
5. Fahr hin, o Angst und Schmerzen, fahr immer, immer hin! Ich freue mich von Herzen, daß ich erlöset bin. Ich leb in tausend Freuden in meines Schöpfers Hand; mich trifft und rührt kein Leiden, so dieser Welt bekannt.
6. Die noch auf Erden wallen in irrthumsvoller Zeit, vermögen kaum zu lallen von froher Ewigkeit. Viel besser, wohl gestorben, als in der Welt gelebt; die Schwach
Mel. Es ist genug zc.
622. Zeuch hin mein Kind! denn Gott selbst fordert dich aus dieser argen Welt. Jch leide zwar, dein Tod betrübet mich; doch weil es Gott gefällt, so unterlaß ich alles Klagen und will mit stillem Geiste sagen: Zeuch hin, mein Kind.
2. Zeuch hin, mein Kind; der Schöpfer hat dich mir nur in die Welt geliehn. Die Zeit ist weg; da= rum befiehlt er dir, jetzt wieder ab


