Gebetlieder.
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Eigne Melodie.
Mel. Herzlich thut mich zc.
19. Herzlich lieb hab ich dich, 20. Laß mich dein seyn und
bleiben, du treuer Gott und Herr! Von dir laß mich nichts treiben; halt mich bei reiner Lehr. Herr, laß mich nur nicht wanken; gib mir Beständigkeit; dafür will ich dir danken in alle Ewigkeit.
Nikol. Selnecker, geb. 1532, † 1592.
o Herr! Jch bitt, wollst seyn von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden! Die ganze Welt nicht freuet mich, nach Himm'l und Erden nicht frag ich, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist doch du mein Zuversicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat er löst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmer mehr.
2. Es ist ja, Herr, dein G'schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs branch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor fal scher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag ge duldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth.
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3. Ach, Herr, laß dein lieb Engelein am letzten End die Scele mein in Abrahams Schoß tragen, den Leib in seim Schlaffämmerlein gar sanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis am jüngsten Tage.
Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen schen dich in aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnadenthron! Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich.
Martin Schailing. geb. 1532, 1608.
Eigne Melodie.
21. O Gott, du frommer Gott,
du Brunnquell guter Gaben, ohn den nichts ist, was ist, von dem wir alles haben: gesunden Leib gib mir, und daß in solchem Leib ein unverletzte Seel und rein Gewissen bleib.
2. Gib, daß ich thu mit Fleiß, was mir zu thun gebühret, wozu mich dein Befehl in meinem Stande führet; gib, daß ichs thue bald zu der Zeit, da ich soll, und wenn ichs thu, so gib, daß es gerathe wohl.
mit ich kann bestehen, laß fein un3. Hilf, daß ich rede stets, wonüßlich Wort aus meinem Munde gehen; und wenn in meinem Amt ich reden soll und muß, so gib den Worten Kraft und Nachdruck ohn Verdruß.
4. Findt sich Gefährlichkeit, so laß mich nicht verzagen; gib einen Heldenmuth, das Kreuz hilf selber tragen. Gib, daß ich meinen Feind
mit Sanftmuth überwind, und wenn ich Nath bedarf, auch guten Nath erfind.
5. Laß mich mit Jedermann in Fried und Freundschaft leben, so weit es christlich ist; willst du mir etwas geben an Neichthum, Gut und Geld, so gib auch dieß dabei,


