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Mühlhäusisches Gesangbuch : [nebst] Die sonn- und festtägigen Episteln und Evangelien
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200 Die drei Haupt- Symbola unsers christl. Glaubens.

Und sind doch nicht drei Allmäch­tige, sondern es ist Ein Allmächtiger. Also der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, der heilige Geist ist Gott. Und sind doch nicht drei Götter, sondern es ist Ein Gott.

Also der Vater ist der Herr, der Sohn ist der Herr, der heilige Geist ist der Herr.

Und sind doch nicht drei Herren, sondern ist es Ein Herr.

Denn gleichwie wir müssen, nach christlicher Wahrheit, eine jegliche Person für sich Gott und Herrn

bekennen:

Also können wir im christlichen Glauben nicht drei Götter oder drei Herren nennen.

Der Vater ist von niemand we­der gemacht, noch geschaffen, noch geboren.

Der Sohn ist allein vom Vater, nicht gemacht, nicht geschaffen, son­dern geboren.

Der heilige Geist ist vom Vater und Sohn, nicht gemacht, nicht ge­schaffen, nicht geboren, sondern aus­gehend.

So ist nun ein Vater, nicht drei Väter, ein Sohn, nicht drei Söh­ne, ein heiliger Geist, nicht drei heilige Geister: und unter diesen dreien Personen ist keine die erste, teine die letzte, keine die größeste, keine die kleineste, sondern alle drei Personen sind mit einander gleich ewig, gleich groß.

Auf daß also, wie gesagt ist, drei Personen in Einer Gottheit, und Ein Gott in dreien Personen ge­ehret werde.

Wer nun will selig werden, der muß also von den dreien Personen in Gott halten.

Es ist aber auch noth zur ewi­gen Seligkeit, daß man treulich glaube, daß Jesus Christus, unser Herr, sey wahrhaftiger Mensch.

So ist nun dies der rechte Glaube, so wir glauben und bekennen, daß unser Herr Jesus Christus, Gottes Sohn, Gott und Mensch ist.

Gott ist er aus des Vaters Na­tur, vor der Welt geboren; Mensch ist er aus der Mutter Natur, in der Welt geboren.

Ein vollkommener Gott, ein voll­kommener Mensch mit vernünftiger Seele und menschlichem Leibe.

Gleich ist er dem Vater nach der Gottheit; kleiner ist er, denn der Vater, nach der Menschheit.

Und wiewohl er Gott und Mensch ist, so ist er doch nicht zween, son­dern ein Christus.

Einer, nicht daß die Gottheit in die Menschheit verwandelt sey, son­dern daß die Gottheit hat die Mensch­heit an sich genommen.

Ja, einer ist er; nicht daß die zwo Naturen vermenget find, son­dern daß er eine einzige Person ist.

Denn gleichwie Leib und Seele ein Mensch ist, so ist Gott und Mensch ein Christus.

Welcher gelitten hat um unserer Seligkeit willen, zur Hölle gefah­ren, am dritten Tage auferstanden von den Todten.

Aufgefahren gen Himmel, fizet zur Rechten Gottes, des allmächti­gen Vaters.

Von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Todten.

Und zu seiner Zukunft müssen alle Menschen auferstehen mit ihren eige­nen Leibern, und müssen Rechenschaft geben, was sie gethan haben; und welche Gutes gethan haben, werden ins ewige Leben gehen, welche aber Böses gethan, ins ewige Feuer.

Das ist der rechte christliche Glau­be; wer denselben nicht fest und treulich glaubet der kann nicht se­lig werden.