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Mühlhäusisches Gesangbuch : [nebst] Die sonn- und festtägigen Episteln und Evangelien
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Der kleine Catechismus Lutheri.

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Wort halte, das gewiß ist, und leh-| Urtheil empfangen. Denn sie trägt ren kann, auf daß er mächtig sey zu ermahnen durch die heilsame Lehre, und zu strafen die Wider­sprecher. 1 Tim. 3. Tit. 1.

das Schwerdt nicht umsonst, fie ist Gottes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses thut. Röm. 13.

Was die Zuhörer ihren Lehrern und Seelsorgern zu thun schuldig sind.

Effet und trinket, was sie haben; denn ein Arbeiter ist seines Lohnes werth. Luc. 10.

Der Herr hat befohlen, daß die, so das Evangelium verkündigen, sollen sich vom Evangelio nähren. 1 Cor. 9.

Der unterrichtet wird mit dem Wort, der theile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. Trret euch nicht, Gott läffet sich nicht fpotten. Gal. 6.

Die Neltesten, die wohl vorstehen, die halte man zwiefacher Ehren werth, sonderlich, die da arbeiten im Wort und in der Lehre, denn es spricht die Schrift: Du sollst dem Ochsen, der da drischt, das Maul nicht ver­binden. Item: ein Arbeiter ist sei nes Lohnes werth. 1 Tim. 5.

Wir bitten euch, lieben Brüder, daß ihr erkennet, die an euch arbet­ten, und euch vorstehen in dem Herrn, und euch ermahnen, habt sie desto lieber um ihres Werkes willen, und feyd friedsam mit ihnen. 1 Theff. 5.

Gehorchet euren Lehrern, und fol. get ihnen, denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie das mit Freuden thun, und nicht mit Seufzen: denn das ist euch nicht gut. Ebr. 13.

Von weltlicher Obrigkeit. Jedermann sey unterthan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat: denn es ist keine Obrigkeit, ohne von Gott. Wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott geordnet. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der wider­strebet Gottes Ordnung. Die aber widerstreben, werden über sich ein

Von den Unterthanen.

Gebet dem Kaiser, was des Kai­fers ist, und Gotte, was Gottes ist. Matth. 22.

So feyd nun aus Noth unterthan, nicht allein um der Strafe willen, son­dern auch um des Gewissens willen. Derohalben müsset ihr auch Schoß ge­ben, denn es sind Gottes Diener, die solchen Schutz sollen handhaben. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seyd: Schoß, dem der Schoß gebühret, Zoll, dem der Zoll gebühret, Furcht, dem die Furcht gebühret, Ehre, dem die Ehre gebühret. Röm. 13.

So ermahne ich nun, daß man vor allen Dingen zuerst thue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen, für die Könige, und für alle Obrigkeit, auf daß wir ein geruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottſeligkeit und Ehr­barkeit, denn solches ist gut, darzu auch angenehm vor Gott, unserm Heiland. 1 Tim. 2.

Erinnere fie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit unterthan und gehorsam seyn. Tit. 3.

Seyd unterthan aller menschlichen Ordnung um des Herrn willen, es sey dem Könige, als dem Obersten, oder den Hauptleuten, als den Ge­sandten von ihm, zur Rache über die Uebelthäter, und zu Lobe den Frommen. 1 Petr. 2.

Den Ehemännern.

Ihr Männer, wohnet bei euren Weibern mit Vernunft, und gebet dem weibischen, als dem schwächsten Werk­zeug, seine Ehre, als auch Miterben der Gnade des Lebens, auf daß euer Gebet nicht verhindert werde. 1 Pet. 3.

Und send nicht bitter gegen sie. Coloff. 3.

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