Druckschrift 
Mühlhäusisches Gesangbuch : [nebst] Die sonn- und festtägigen Episteln und Evangelien
Einzelbild herunterladen

Pſ. 108. 109.

40. Da Verachtung auf die Für­sten geschüttet war, daß alles irrig und wüste stand,

41. Und er den Armen schützte vor Elend, und sein Geschlecht wie eine Heerde mehrte.

Der Pfalter.

42. Solches werden die Frommen sehen und sich freuen, und aller Bos­heit wird das Maul gestopft werden.

43. Wer ist weise, und behält dies? So werden sie merken, wie viele Wohlthat der Herr erzeiget.

Der 108. Pfalm. Davids Danksagung und Gebet um Einsetzung ins Königreich.

1. Ein Pfalmlied Davids. 2. Gott, es ist mein rechter Ernst; ich will singen und dichten, meine Ehre auch.

3. Wohlauf, Pfalter und Harfen! Ich will früh auf seyn.

4. Ich will dir danken, Herr, un­ter den Völkern, ich will dir lob­fingen unter den Leuten.

5. Denn deine Gnade reichet, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

6. Erhebe dich, Gott, über den Him­mel, und deine Ehre über alle Lande, 7. Auf daß deine lieben Freunde erlediget werden. Hilf mit deiner Rechten, und erhöre mich.

8. Gott redet in seinem Heilig­thum, deß bin ich froh, und will Sichem theilen, und das Thal Su­choth abmessen.

9. Gilead ist mein, Manasse ist auch mein und Ephraim ist die Macht meines Hauptes; Juda ist mein Fürst;

10. Moab ist mein Waschtöpfen; ich will meinen Schuh über Edom strecken; über die Philister will ich jauchzen.

11. Wer will mich führen in eine feste Stadt? Wer wird mich leiten in Edom?

12. Wirst du es nicht thun, Gott, der du uns verstößest, und ziehest nicht aus, Gott, mit unserm Heer?

165

13. Schaffe uns Beistand in der Noth, denn Menschenhülfe ist kein nüße.

14. Mit Gott wollen wir Thaten thun, er wird unsere Feinde unter­

treten.

Der 109. Pfalm.

Von Juda und der Juden Untreu, an Christo verübt, und ihrem Fluch. 1. Ein Psalm Davide, vorzufingen. Gott, mein Ruhm, schweige nicht. 2. Denn sie haben ihr gottloses und falsches Maul wider mich auf­gethan, und reden wider mich mit falscher Zunge;

3. Und sie reden giftig wider mich allenthalben, und streiten wider mich ohne Ursach).

4. Dafür, daß ich sie liebe, find sie wider mich; ich aber bete.

5. Sie beweisen mir Böses um Gutes, und Haß um Liebe.

6. Sebze Gottlose über ihn; und der Satan müsse stehen zu seiner Rechten.

7. Wer sich denselben lehren läßt, deß Leben müsse gottlos seyn, und sein Gebet müsse Sünde seyn.

8. Seiner Tage müssen wenig werden, und sein Amt müsse ein an­derer empfangen.

9. Seine Kinder müssen Waisen werden, und sein Weib eine Witwe.

10. Seine Kinder müssen in der Frre gehen und betteln, und suchen, als die verdorben sind.

11. Es müsse der Wucherer aus­saugen alles, was er hat; und Fremde müssen seine Güter rauben.

12. Und niemand müsse ihm Gu­tes thun, und niemand erbarme sich seiner Waisen.

13. Seine Nachkommen müssen ausgerottet werden, ihr Name müffe im andern Glied vertilget werden.

14. Seiner Väter Missethat müsse gedacht werden vor dem Herrn, und feiner Mutter Sünde müsse nicht ausgetilget werden.

15. Der Herr müsse sie nimmer aus den