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Morgengebete.
tigkeit wiedergeboten werden. Diese Gedanken, von der Erinnerung begleitet, daß du einst diesen verweslichen Leib wie ein Kleid ausziehen mußt, werden dich zurückhalten, zu viel Zeit und Sorgfalt auf die Ausschmückung deines Körpers zu verwenden, und dich von jenem eitlen Putze abhalten, den du abgeschworen haft, als du der Pracht des Satans im Taufbunde entsagtest.
Nach dem Ankleiden bete dein Morgengebet und zwar wo möglich knieend. Es ist dieß eine Pflicht, die Gott gleichsam als die Erstlinge des neuen Tages von uns fordert. Von der Treue in Befolgung dieser Pflicht hängt der Fortgang unserer Handlungen des ganzen Tages ab. Das würde unendlich viel gewagt heißen, wenn du den Tag anfangen wolltest, ohne dir von Gott Gnade und Beistand, ihn würdig zuzubringen, erbeten zu haben. Bevor du aber beteft, so sammle deinen Geist; erinnere dich, daß du zu dem allwissenden und allgegenwärtigen Gott, vor dessen Angesichte alle deine Gedanken und Absichten aufgedeckt sind, zu dem allmächtigen Gott, der alles Böse, folglich auch ein heuchlerisches Herz verabscheuet, betest. Dieß wird dich mit den Empfindungen der Demuth, der Ehrerbietung, des Vertrauens und der Andacht, welche dein Gebet begleiten müssen, erfüllen.
Morgengebete.
Der Weise gewöhnt sein Herz, vom frühen Morgen zu dem Herrn, der ihn erschaffen hat, zu erwachen, und vor dem Allerhöchsten zu beten. Er öffnet seinen Mund zum Gebete und bittet seiner Sünden wegen um Verzeihung. Sirach 39, 6. 7.
rwache zum Lobe deines Schöpfers und Vaters, meine Seele; erwache zur dankbaren Empfindung seiner Güte, die alle Morgen neu ist! Erwache zur freudigen Vollziehung alles dessen, wozu er dich diesen Tag hat erleben lassen.
Ja, unendlich gütiger Gott! dir gebühren die ersten Gedanken und Regungen meiner Seele; denn, daß ich noch lebe, denke und empfinde, das ist eine


