51 Geduld mit mir, ich will dir alles bezablen. Da jammerte den Herrn desselbigen Knechts, und ließ ihn los, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus, und fand einen seiner Vittnechte, der war ihm hundert Groschen schuldig, und er griff ihn an, und würgete ihn, und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieber, und bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, ich will dir alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin, und warf ihn ins Gefängniß, bis baß er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betrübt, und famen, und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlaffen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen über deinen Mittnecht, wie ich mich über dich erbarmet habe? und sein Herr ward zornig, und überantwortete ihn den Beinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch thun, so ihr nicht vergebet von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler.
Am 22. Sonntage nach Trinitatis.
Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, mit den Herren der Welt, die in der Finsterniß dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deßwillen, so ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr, wann das böse Stündlein fommt, Widerstand thun, und alles wohl ausrichten, und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet eure Lenden mit Wahrheit, und angezogen mit dem Krebs der Gerechtigkeit; und an Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens, damit ihr bereitet seyd. Vor allen Dingen aber ergreifet ben Schild des Glaubens, mit wel chem ihr auslöfchen fönnet alle feurige Pfeile des Bösewichts und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.
Evangel. am 22. Count. nach Trinit.,
Matth. 18, v. 23= 35. Darum ist das Himmelreich gleich einem Könige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, fam ihm einer vor, der war ihm zehn tausend Pfund schuldig. Da er es nun nicht hatte zu bezahlen, hieß der Herr verfaufen ihn und sein Weib und feine Kinder, und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder, und betete ihn an, und sprach: Herr, habe
Epistel, Phil. 1, v. 3-11. Ich danke meinem Gott, so oft ich eurer gebente( welches ich
4*


