86
Die harmonische Geschichte.
Welt, ich habe allezeit gelehrf in der Schule, und in dem Tempel, da alle Juden zusammen kommen, und habe nichts im Verborgenen geres. det. Was fragest du mich darum? Frage die darum, die gehöret haben, was ich zu ihnen geredet habe; siehe, dieselbigen wissen, was ich gesagt habe. Als er aber solches redete, gab der Diener einer, die dabei stunden, Jesum einen Backenstreich und sprach: Sollt du dem Hohenpriester also antworten? Jesus antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise es, daß es unrecht sei, habe ich aber recht geredet, was schlägest du mich? Und Hannas hatte ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Caiphas.
Die Hohenpriester aber und die Aeltesten und der ganze Nath suchten falsch Zeugniß wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten, funden feines, wiewol viele falsche Zeugen herzutraten: denn ihre und Zeugnisse stimmeten nicht überein. Zuletzt traten herzu zween falsche Zeugen, und sprachen: Wir haben gehöret, daß er sagte: Ich kann und will den Tempel Gottes, der mit Händen gemacht ist, abbrechen, und in dreien Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Ihr Zeugniß aber stimmete noch nicht überein. Und der Hohepriester stund auf unter sie, und fragte Jesum, und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg stille, und antwortete nichts. Da fragte ihn der Hohepriester abermal, und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seist Chrisius, der Sohn des hochgelobten Gottes? Jesus sprach: Du sagest es, ich bin es; doch sage ich euch: von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sißen zur rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was dürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jetzt habet ihr seine Gotteslästerung gehöret, was dünket euch? Sie aber verdammten ihn alle, und sprachen: Er ist des Todes schuldig.
Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten; etliche aber verz deckten ihn, und schlugen ihn ins Angesicht,( besonders die Knechte) und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ists, der dich schlug? Und viele andere Lästerung sagten sie wider ihn.
Simon Petrus aber war,( wie oben erwähnt worden) draußen im Palast; da kam des Hohenpriesters Mägde cine, die Thürhüterin; und da sie Petrum unter den Knechten, bei dem Feuer sabe, schauete sie ihn an, und sprach zu ihm: Und du warest auch mit dem Jefu aus Galiläa. Er aber verleugnete vor ihnen allen und sprach: Weib! ich bins nicht, ich kenne ihn nicht, ich weiß auch nicht, was du sagest. Und er ging hinaus in den Vorhof, und der Hahn krähete. Und als er zur Thür hinaus ging, sahe ihn nebst der vorigen, eine andere Magd, die sprachen zu denen, die dabei stunden: dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. Da sprachen sie zu ihm: Bist du nicht seiner Jünger ciner? Und eine andere sprach: Du bist auch der einer Und er leugnete abermal, und sprach: Mensch, ich bins nicht, und schwur dazu: ich kenne den Menschen nicht. Und über eine kleine Weile bei einer Stunde bekräftigte es ein anderer, mit denen, die dabei stunden, und sprachen: Wahrlich, du bist auch der einer: denn du bist ein Galiläer, und deine Sprache verräth dich. Spricht des Hohenpriesters Knecht einer, ein


