Die Geschichte des Leidens
16. Verspottung Jesu am Kreuze.
Die aber vorüber gingen, lästerten ihn, und schüttelten ihre Köpfe, und sprachen: Pfui dich, wie sein zerbrichst du den Tempel, und bauest ihn in dreien Tagen; hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steige herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester verspotteten ihn unter einander, mit den Schriftgelehrten und Aeltesten, sammt dem Volke, und sprachen: Er hat Andern geholfen, und kann ihm selber nicht helfen. Ist er Chriftus, der König von Israel, der Auserwählte Gottes, so helfe er ihm selber, und steige nun vom Kreuze, auf daß wir es sehen, und glauben ihm. Er hat Gott vertrauet; der erlöse ihn nun, lüstet es ihn. Denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn. Es verspotteten ihn auch die Kriegsknechte, traten zu ihm, und brachten ihm Essig, und sprachen: Bist du der Juden König, so hilf dir selber.
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17. Begnadigung des bekehrten Schächers.
Aber der Uebelthäter Einer, die da gehängt waren, lästerte ihn, und sprach: Bist du Christus, so hilf dir und uns. Da antwortete der andere, strafte ihn und sprach: Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammniß bist? Und zwar wir sind billig drinnen; denn wir empfahen, was unsere Thaten werth sind. Dieser aber hat nichts Ungeschicktes gehandelt; und sprach zu Jesu: Herr, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst. Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradiese seyn.
18. Jesu Fürsorge für seine Mutter.
Es stand aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter, und seiner Mutter Schwester, Maria, Cleophas Weib, und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sahe, und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib! Siehe, das ist dein Sohn. Darnach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter. Und von Stund an nahm sie der Jünger zu sich.
19. Der Tod Jesu.
Und von der sechsten Stunde an war eine Finsterniß über das ganze Land, bis an die neunte Stunde; und die Sonne verlor ihren Schein. Und um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: Eli, Eli, Lama Asabthani! das ist: Mein Gott, mein Gott, warum haft du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das höreten, sprachen sie: Siehe, er rufet den Elias.
Darnach, als Jesus wußte, daß schon Alles vollbracht war, daß die Schrift erfüllet würde, spricht er: Mich dürftet. Da stand ein Gefäß voll Essig, und bald lief einer unter ihnen hin, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig, und steckte ihn auf ein Rohr von Ysop, und hielts ihm dar zum Munde, und tränkte ihn, und sprach mit den Andern: Halt, laßt sehen, ob Elias komme, und ihn herab nehme. Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und abermal rief er laut und sprach: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände. Und als er das gesagt, neigete er das Haupt, und gab seinen Geist auf.
20. Die Begebenheiten bei und nach dem Tode Jeſu.
Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriß in zwei Stücke, von oben an bis unten aus, und die Erde erbebete, und die Felsen zerrissen,


