30 Erster Theil.
Vom Wesen Gottes
4. Wie sollt ich denn, ich Staub, mich unterwinden, Unendlicher, dich völlig zu ergründen? O, mache mich von solchem Dünkel frei, daß mir dein Wort des Glaubens Richtschnur sei.
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5. Mein eigner Geist kann sich leicht hintergehen. Dein Wort ist wahr, es bleibet ewig stehen. Erforsch ich gleich dein göttlich Wesen nicht, so gnüge mir davon dein Unterricht.
6. Von dir, durch dich, zu dir sind alle Dinge. Gib, daß ich dir mich selbst zum Opfer bringe. Begreif ichs nicht, wie du die Welt regierst; so sei mirs gnug, daß du mich selig führst.
7. Einst wirst du dich mir näher offenbaren. Einst werd ich mehr von deinem Rath erfahren; wenn ich nur dem, was mich dein Wort gelehrt, geglaubt, gefolgt und treu dich hier verehrt.
8. Drum hilf, daß ich mit Ehrfurcht vor dir wandle; in allem Thun nach deinem Willen handle; zufrieden sei, wie du mich hier regierst, bis du mich einst zu deinem Himmel führst.


