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Schwarzburg-Rudolstädtisches Gesang-Buch für die öffentliche und häusliche Andacht : [nebst] Gebete ... [und] Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Festtage des ganzen Jahres [und] Antiphonien
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Episteln und Evangelien.

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Pilatus aber rief die Hohenpriester, und die Obersten, und das Volk zusammen, und sprach zu ihnen: Ihr habet diesen Men­schen zu mir gebracht, als der das Volk abwendet, und sehet, ich habe ihn vor euch verhöret, und finde an dem Menschen der Sache keine, die ihr ihn beschuldiget, Herodes auch nicht; denn ich habe euch zu ihm gesandt, und sehet, man hat nichts auf ihn gebracht, das des Todes werth sei; darum will ich ihn züchtigen und losgeben. Auf das Fest aber mußte der Landpfleger, nach Gewohnheit, dem Volke einen Gefangenen losgeben, welchen sie begehrten. Er hatte aber zu der Zeit einen Gefangenen, der war fast rüchtig, nämlich einen Uebelthäter und Mörder, der hieß Barrabas, der mit dem Aufrührerischen war ins Gefängniß geworfen, welcher im Aufruhre, der in der Stadt geschah, einen Mord begangen hatte. Und das Volk ging hinauf, und bat, daß er thäte, wie er pflegte. Und da sie versammelt waren, antwortete ihnen Pilatus: Ihr habt eine Gewohnheit, daß ich euch einen losgebe auf Ostern; welchen wollt ihr, daß ich euch losgebe? Barrabam oder Jesum, den König der Juden, den man nennet Christum? Denn er wußte, daß ihn die Hohenpriester aus Neid überantwortet hatten.

Und da er auf dem Richterstuhle saß, schickte sein Weib zu ihm, und lies ihm sagen: Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; ich habe heute viel erlitten im Traume von seinetwegen. Aber die Hohenpriester und die Aeltesten überredeten und reizten das Volk, daß sie um Barrabam bitten sollten, und Jesum umbrächten. Da antwortete nun der Landpfleger, und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr nun unter diesen Zweien, den ich euch soll los­geben? Da schrie der ganze Haufe und sprach: Hinweg mit dieſem, und gib uns Barrabam los. Da rief Pilatus abermal zu ihnen, und wollte Jesum loslassen, und sprach: Was soll ich denn machen mit Jesu, den man Christum nennt? Sie schrieen abermal: Kreu­zige, freuzige ihn! Er aber sprach zum drittenmale zu ihnen: Was hat er denn Uebels gethan? Jch finde keine Ursache des Todes an ihm, darum will ich ihn züchtigen und loslassen. Aber sie schrieen noch vielmehr, und sprachen: Kreuzige ihn! Und sie lagen ihn an mit großem Geschrei und forderten, daß er gekreuzigt würde. und ihr, und der Hohenpriester Geschrei nahm überhand.

Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Die Kriegsknechte aber des Landpflegers führten ihn hinein in das Richthaus, und riefen zusammen die ganze Rotte, und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an, und flochten eine Krone von Dornen, und setzten sie auf sein Haupt, und gaben ihm ein Rohr in seine rechte Hand, und beugten die Kniee vor ihm und spotteten ihn, und fingen an ihn zu grüßen und sprachen: Gott grüße dich, lieber König der Juden. Und schlugen ihn in's Angesicht, und speieten ihm an, und nahmen das Rohr, und schlugen damit sein Haupt, und fielen auf die Knie, und beteten ihn an.

Da ging Pilatus wieder heraus, und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, daß ihr erkennet, daß ich keine Schuld an ihm finde. Also ging Jesus heraus, und trug eine Dornenkrone und Purpurkleid, und er sprach zu ihnen: Sehet, welch ein Mensch!

Da ihn die Hohenpriester und Diener sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, freuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Nehmet ihr ihn hin und kreuziget ihn, denn ich finde feine Schuld an ihm. Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Geseß, und nach

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