Episteln und Evangelien.
der nicht mit Händen gemacht ist. Und ihre Zeugnisse stimmeten noch nicht überein.
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Und der Hohepriester stand auf unter sie, und fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts zu dem, das diese wider dich zeugen? Jesus aber schwieg still und antwortete nichts.
Da fragte ihn der Hohepriester abermals und sprach zu ihm: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten? Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seiſt Christus, der Sohn Gottes? Jesus sprach: Du sagst's, ich bin's. Doch sage ich euch: Von nun an werdet ihr sehen des Menschen Sohn sizen zur Rechten Hand der Kraft, und kommen in den Wolken des Himmels. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelästert, was dürfen wir weiter Zeugniß? Siehe, jetzt habet ihr seine Gotteslästerung gehöret; was dünket euch? Sie aber verdammeten ihn alle und sprachen: Er ist des Todes schuldig.
Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, und speieten aus in sein Angesicht, und schlugen ihn mit Fäusten; etliche aber verdeckten ihn und schlugen ihn ins Angesicht, besonders die Knechte, und sprachen: Weissage uns, Christe: Wer ist's, der dich schlug? und viele andere Lästerungen sagten sie wider ihn. Des Morgens aber sammelten sich alle Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Aeltesten des Volkes, dazu der ganze Rath, und hielten einen Rath über Jesum, daß sie ihn zum Tode hülfen, und führeten ihn hinauf vor ihren Rath, sprachen: Bist du Christus? Sag's uns. Er sprach zu ihnen: Sag' ich's euch, so glaubet ihr nicht; frage ich aber, so antwortet ihr nicht, und lasset mich dennoch nicht los. Darum von nun an wird des Menschen Sohn fißen zur rechten Hand der Kraft Gottes. Da sprachen sie alle: Bist du denn Gottes Sohn? Er sprach zu ihnen: Ihr saget's, denn ich bin's. Sie aber sprachen: Was bedürfen wir weiter Zeugniß? Wir haben's selbst gehört aus seinem Munde.
Das vierte Hauptstück.
Was vor Pontio Pilato, als vor weltlicher Obrig= feit, mit Christo sich zu getragen.
nd der ganze Haufe stand auf, und banden Jesum, führeten
dem Landpfleger Pontio Pilato, und es war noch früh.
Da das Judas sah, der ihn verrathen hatte, daß er verdammet war zum Tode, gereuete es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Aeltesten, und sprach: ich habe übel gethan, daß ich unschuldig Blut verrathen habe. Ste sprachen: Was gehet uns das an? da siehe du zu. Und er warf die Silberlinge in den Tempel, hob sich davon und erhenkte sich selbſt, und ist mitten entzwei geborsten, und sein Eingeweide ausgeschüttet.
Und die Hohenpriester nahmen die Silberlinge und sprachen: Es taugt nicht, daß wir sie in den Gotteskasten legen; denn es ist Blutgeld. Sie hielten aber einen Rath, und kauften um die Silberlinge, um den Lohn der Ungerechten, eines Töpfers Acker zum Begräbniß der Pilger. Und es ist fund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also, daß derselbige Acker genennet wird auf ihre Sprache Ackeldama, das ist ein Blutacker bis auf den


