Druckschrift 
Schwarzburg-Rudolstädtisches Gesang-Buch für die öffentliche und häusliche Andacht : [nebst] Gebete ... [und] Episteln und Evangelien auf alle Sonn- und Festtage des ganzen Jahres [und] Antiphonien
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Episteln und Evangelien.

Evangelium, Luc. 2, V. 22-32.

U nd da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gefeße Moses kamen,

52

dem Herrn;( wie denn geschrieben steht in dem Gesetze des Herrn: Allerlei Männlein, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem Herrn geheiliget heißen). Und daß sie gäben das Opfer; nachdem gesagt ist im Gesetze des Herrn, ein paar Turteltauben, oder zwo junge Tauben. Und siehe, ein Mensch war zu Jerusalem, mit Namen Simeon: und der Mensch war fromm und gottesfürchtig, und wartete auf den Trost Ifraels, und der heilige Geist war in ihm; und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geiste, er sollte den Tod nicht sehen, er hätte denn zuvor den Christ des Herrn gesehen. Und kam aus Anregen des Geistes in den Tempel. Und da die Eltern das Kind Jesum in den Tempel brachten, daß sie für ihn thäten, wie man pfleget nach dem Gesetze: da nahm er ihn auf seine Arme, und lobte Gott und sprach: Herr, nun läsfest du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen, welchen du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zu erleuchten die Heiden, und zum Preise deines Volkes Israel.

Epistel am Tage der Verkündigung Mariä, Jes. 7, V. 10-16. nd der Herr redete abermals zu Ahas und sprach: Fordere dir

Hölle, oder oben in der Höhe. Aber Ahas sprach: Ich will es nicht fordern, daß ich den Herrn nicht versuche. Da sprach er: Wohlan, so höret ihr vom Hause David: ist es euch zu wenig, daß ihr die Leute beleidiget: ihr müsset auch meinen Gott beleidigen? Darum so wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, eine Jungfrau ist schwanger, und wird einen Sohn gebären, den wird sie heißen Immanuel. Butter und Honig wird er essen, daß er wisse Böses zu verwerfen, um Gutes zu erwählen. Denn ehe der Knabe lernet Böses verwerfen, und Gutes erwählen, wird das Land, davor dir grauet, verlassen sein von seinen zwei Königen. Evangelium, Luc. 1, v. 26-38.

Und nd im sechsten Monate war der Engel Gabriel gesandt von Gott in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth, zu einer Jung­frau, die vertrauet war einem Manne, mit Namen Joseph, vom Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel fam zu ihr hinein, und sprach: Gegrüßet seist du, Holdselige, der Herr ist mit dir, du Gebenedeiete unter den Weibern. Da sie ihn aber sah, erschrak sie über seine Rede, und gedachte: Welch ein Gruß ist das? Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwan­ger werden im Leibe, und einen Sohn gebären, deß Namen sollst du Jesus heißen. Der wird groß, und ein Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott, der Herr, wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; und er wird ein König sein über das Haus Jakob ewiglich; und seines Königreiches wird kein Ende sein. Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, sintemal ich von keinem Manne weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum auch das Heilige, das