Druckschrift 
Hausbuch : tägliche Andachten für die Hausgemeine / hrsg. vom Ev. Bücher-Verein
Entstehung
Einzelbild herunterladen

716

Freitag nach dem 27. nach Trinitatis.

Mel.: Gott des Himmels und der Erben.

Wer sind die, so Palmen tragen Wie ein Sieger in der Hand, Welcher seinen Feind geschlagen, Hingestrecket in den Sand? Welcher Streit und welcher Krieg Hat gezeuget diesen Sieg?

Dahin streck' auch ich die Hände, D Herr Jesu, zu Dir aus. Mein Gebet ich zu Dir wende, Der ich noch in Deinem Haus Hier auf Erden steh' im Streit: Treibe, Herr, die Feinde weit.

( Vers 2 und 12 aus: Wer sind die vor Gottes Throne.)

Gs

Offenb. Joh. 22, 17-21.

Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es böret, der spreche: Komm! Und wen dürftet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst. Ich bezeuge aber allen, die da hören die Worte der Weisfagung in diesem Buch: So Jemand dazusent; so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so Jemand davonthut von den Worten des Buchs dieser Weissfagung; so wird Gott abthun fein Theil vom Buch des Lebens, und von der heiligen Stadt, und von dem, was in diesem Buch geschrieben stehet. Es spricht, der folches zeuget: Ja, ich komme bald. Amen. Ja, komm, Serr Jesu, Die Gnade unsers Herrn Jesu Christi sei mit euch Allen! Amen.

Die Braut trägt ein sehnlich Verlangen nach dem Bräutigam. Ist Christus unser Seelenbräutigam, so ist unser tiefstes Sehnen und Rufen zu Ihm: komm. Glauben wir an Ihn, so sind wir der Welt in unserm innersten Wesen fremd. Lebt die Welt nach eigener Wahl, handelt sie nach Lust und Unlust, so sind im Gegentheil die Rechte Gottes das tägliche Lied eines Christen in seiner Wallfahrt. Gottes Wort ist dem Christen die einzige und unverbrüchliche Regel des Glau­bens. Daher kommt er in einen Kampf mit sich selbst, mit der Welt und ihrem Fürsten und wird es inne, daß er in einer argen Welt lebt, die ihm feine Ruhe und Erquickung gibt. Das soll so sein, da­mit der Ruf in dem Herzen lebendig werde: Herr, komm! Und siehe, Er kommt! Er kommt in diesem Leben zu uns mit Wasser, Geist und Blut 1 Joh. 5. Darin bietet Er Seinen Gläubigen reichlich und täglich Vergebung aller Sünden, dieses Hauptgut unserer Seelen. Darum ruft die Braut zu Ihm: komm. Er kommt zu erleuchten unsere Augen, zu sammeln in uns, was flüchtig ist, und zu beugen, was stolz ist, Er kommt immer, auch in Trübsalen, voll Gnade und Wahrheit. Darum ruft die Braut zu Ihm: komm. Er kommt end­lich am jüngsten Tage, und dieser Tag soll Seinen Gliedern so wenig ein schrecklicher Tag sein, daß sie vielmehr ihre Häupter aufheben sollen, weil sich ihre Erlösung naht. Darum ruft die Braut zu Ihm: komm. Und der Herr spricht: Ja, Ja zu solchem Verlangen, Ich