14
der sich von Gott trennt und Rain, der sogar seinen leiblichen Bruder tödtet, stellen aller Menschen Leben dar als ein solches, das in Feindschaft mit Gott und Zwietracht untereinander besteht. Der Versuch zur Vereinigung, wie er oft gemacht worden ist, wie bei dem Thurmbau zu Babel, will und kann nie glücken.
Aber Gott hat's gethan in Christo, durch welchen Er die Handschrift, so wider uns war( Col. 2, 14.) ausgetilgt hat und auch die Kinder Gottes, die zerstreuet sind, zusammenbringt Joh. 11, 52. Diese Wurzel Ifais, d. i. der Grund und Ursprung von Isais und Davids Geschlecht, ist's, wodurch Gott es thut, daß Er Juden und Heiden mit Sich versöhnt und zu Einem Leibe Christi verbindet. Darüber sollen die Heiden den Namen Christi loben und alle Völker Gott preisen. Was folgt nun, nachdem Gott solches an uns Menschen gewandt hat, daß Er Seinen eingeborenen Sohn in's Mittel gestellt hat? Nun folgt, daß wir uns in Christum ziehen lassen und in Ihm wurzeln sollen, damit Christus mit Seinen Kräften in uns lebe und wir in Ihm. Nun folgt, daß wir uns unter einander auch aufnehmen, gleichwie Christus uns aufgenommen hat. Nun folgt, daß Gott Eine Familie bildet aus allen Christen, und in dieser Familie sucht die Liebe nicht in das Ihre, sondern ist langmüthig und sanftmüthig. Nun folgi, aß Gott, da Er so viel gegeben, gewißlich weiter Gutes und Barmherzigkeit thun will, daß wir in und nach Christi Wort und Willen einerlei gesinnet werden und einmüthiglich mit Einem Munde Gott loben. Welch' eine Hoffnung ist es doch, die wir haben, daß Gott sich bereitet Ein heiliges, herrliches Volk! Wie soll das reizen, alle Bitterfeit, Bosheit und Falschheit unter einander abzulegen; denn durch solche Sünden wird ja der Wille Gottes und der Leib Christi zerstört. Wie soll das verlesene Gotteswort beim Schlusse dieser Woche wie ein Wind durch unsere Herzen wehen und Alles, was trennt und trennen will, darnieder legen! Wer es nur könnte, flagſt du, alle Trennungen von Gott und alle Zwistigkeiten unter einander anslöschen! Aber bist Du denn allein? Hat Gott nicht verheißen, über Bitten und Verstehen unsern Glauben und unsere Liebe zu fördern? Kann Er nicht thun, was Er verheißen hat? Er thue es, daß Er unsere Sünde tilge und wir mit Ihm Eins werden.
Gebet. Lieber Gott, geheiliget werde Dein Name, gieb uns fromme, gottesfürchtige Lehrer in der Kirche, die Deinen Namen der Welt offenbaren und fund thun, nämlich, daß Du gnädig und barmherzig seiest und uns um Deines lieben Sohnes willen, der für uns gekreuziget und gestorben ist, unsre Sünde verzeihen und das ewige Leben geben willst, auf daß alle Menschen sich auf Deine Gnade und Barmherzigkeit verlassen und Dich anrufen, Dich preisen und Dir danken. Gieb uns den heiligen Geist, der uns regiere und erhalte, daß wir nicht wieder zurückfallen in das Reich des Satans, der uns den Frieden nicht lassen will. Amen. Vater Unser.


