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Hausbuch : tägliche Andachten für die Hausgemeine / hrsg. vom Ev. Bücher-Verein
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sondern einen wirklichen. Gottes Wort und eigene Erfahrung bestäti­gen uns das. Und Er ist ein sanftmüthiger Heiland. Diese Sanftmuth ist ein strahlender Edelstein in der Krone Jesu. Tausende von Sündern, die keinen Strohhalm mehr übrig hatten, um danach zu greifen, haben sich von dieser Sanftmuth Jesu erquicken und er­freuen lassen. Wer blind ist, sieht freilich nichts. Aber wem die Augen aufgehen, wünscht es sich zum täglichen Gebrauch in's Herz ge­schrieben, daß Jesus sanftmüthig ist. Das ist ein Labetrunk jetzt und im Todesstündlein.

Wie es sich in dem Reiche dieses Königs ziemt, sollen wir bei Seinem Worte nicht viel Grübelns machen, sondern willig folgen, wie die beiden Jünger thaten. Sonst haben wir auch kein ordentliches Recht, die dritte Bitte im Vater Unser zu beten. Den lieben Jün­gern ist wohl der Befehl Christi, daß sie Ihm ein Efelsfüllen sammt der Eselin holen sollten, gar seltsam vorgekommen, aber sie nahmen alle ihre Gedanken und Vernunft gefangen unter den Gehorsam Christi. Das heißt, Christum in Ehren und wahrhaftig halten. Damit sind die lieben Jünger ein fein Vorbild für alle Christenherzen geworden.

Wie aber das Volk dem Herrn Christo die Kleider auf den Weg breitete und Palmen streuete, also sollen auch wir heut zu Tage dem Herrn die Kleider unterbreiten, das ist, mit allen Kräften zur Be­förderung der Ehre Christi und der Ausbreitung der seligmachenden Lehre und der christlichen Kirche helfen. Das soll von Herzensgrund geschehen und auf allerlei Weise.

Jesus, da Er König ist, will an uns ein Volk haben. Das soll ein gläubiges Volk sein, nicht Mitläufer, wie damals Viele nur mitliefen. Wer den Glauben sucht, kann ihn wohl finden, weil Gott ihn allen aufrichtig Suchenden geben will. Sind wir aber gläubig, so dürfen wir auch im Glauben fröhlich sein; denn Christus, unser König, gab und giebt uns viel, was uns froh machen kann. Wir haben ja von Ihm zwei Sacramente und Sein heiliges Wort, tägliche Vergebung der Sünden und vieles Andere. Und über allen Gaben haben wir Ihn Selbst. Sollte ich da nicht fröhlich sein? Und will Ihm auch gehorsam sein; sonst wäre ich ja geringer, als der geringe Efel, der meinem Heilande still und gehorsam gedient hat.

Der Herr nahm fürlieb mit den geringen Umständen Seines Ein­zuges, wie es zu Seinem Namen, daß Er sanftmüthig heißt, paßt. Er nahm auch fürlieb mit dem Gesange des Volkes. Das ist einem betrübten Herzen hochtröstlich, daß der Herr Jesus so geringe An­sprüche macht und sanftmüthig ist. Er ist in allerlei Weise der König, dem kein König gleichet. Gelobet sei, der da kommt, auch jetzt noch kommt, in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!

Gebet. O, allmächtiger und demüthiger König, Jesu Christe, wir danken Dir ganz inniglich, daß Du in unser Fleisch, Kirche und Herzen zu uns gekommen bist und Dich um unsertwillen so tief ge­