Betrachtungen und Gebete
derung meiner eigenen wahren Wohlfahrt anzuwenden? Denke ich oft und innig daran, wie theuer ich erkauft und erlöset bin, und daß es nun meine theure heilige Pflicht ist, meinem Erlöser ganz zum Wohlgefallen zu leben? Habe ich wohl nicht zuweilen meinen Verstand, meine zeitlichen Güter und mein Ansehen in der Welt zum Schaden des Nächsten mißbraucht? Hätte ich nicht hier und da mehr Böses verhindern, mehr Gutes vollbringen können, als wirklich von mir geschehen iſt?
Sind wir auch wohl alle Arten der Sünde gleich stark verhaßt? Habe ich ernſtlich und anhaltend über meine begangene Fehler mich betrübt und dann sogleich alle Kraft aufgeboten, diese Fehler, so viel nur irgend möglich, zu verbessern?
Welche sind die Sünden, zu denen ich wegen meines Temperaments am meiſten geneigt bin?- Welches sind die Versuchungen, denen ich, wegen der besonderen Art meiner Erziehung, oder wegen meines Alters und Standes, am meisten ausgesetzt bin? habe ich nun in diesen Sünden und Versuchungen widerstanden, und wie weit habe ich es in der Beherrschung dieser meiner gefährlichsten sündlichen Leidenschaften gebracht?
Wie
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