ristische Stücke und 2 Etüden enthält, bietet der Verfasser ein für Unterrichtszwecke sehe wertvolles Material. In der Erfindung dieser kleinen Constücke ist der Verfasser sehr originell und eigenartig. Da dies Werk aber für kleinere Schüler berechnet, so hätten einige Oktavenspannungen vermieden werden sollen, die hier und da auftreten, denen man aber glücklicherweise noch leicht aus dem Wege gehen kann. No. z: Am Morgen, ein tief empfundenes Lied für eine Singstimme mit Violin- und Klavierbegleitung, ist vorzüglich; modischer Klingklang ist diesem Liede fern.
Auch für die Bereicherung der Literatur für den Männergesang hat die Verlagshandlung von Siegismund& Volkening Sorge getragen. Unter dem Titel: Gefangesblüten sind folgende drei Hefte in Ausgaben mit eleganten farbentiteln erschienen: Heft 1, Tottmann, Op. 29. Krokodil Romanze. Swischen Scylla und Charybdis, Part. 1,20 M., Stimmen i M.; Heft 2: Tottmann, Op. 30. Vaterlandslied. Am Rhein, Part. 1,50 m., Stimmen M.; Heft 3: Sonnet, Bergmannslied, Part. 80 Pf., Stimmen 60 Pf. Op. 29 von Albert Toffmann enthält zwei Humoresken von vortrefflicher Wirkung. Von Op. 30 macht das Vaterlandslied einen ganz impofanten, mächtigen Eindruck, der noch gesteigert werden kann durch Begleitung von 3 hörnern, 2 Trompeten und 1 Posaune, wovon die Stimmen in Abschrift zu haben sind. Dieser Männerchor ist ganz besonders geeignet für größere volksthümliche feierlichkeiten und sei er deshalb allen Männergesangvereinen zur Aufführung aufs wärmste empfohlen.- Erhebend, nicht durch die Reichhaltigkeit der Mittel, sondern durch edle Einfachheit wirkt der Männerchor von Rich. Sonnet: Bergmanns Loos. Op. 20, Gedicht von Haberkamp. Letzteres hat zum Gegenstand einen Bergmann, der seinen Tod plötzlich inmitten seines Berufes findet. Tert und Musik decken sich hier in selten schöner Weiſe.
Berlin, den 17. Juni 1879.
Wilhelm Fink.
Neue Nusikalien. Ueber die im Verlage von Siegismund & Volkening in Leipzig erschienene Preisklavierschule noch etwas Rühmenswerthes zu sagen, halte ich wohl nicht mehr für nöthig, für die Gediegenheit dieses Unterrichtswerkes bieten uns einerseits die Namen seiner Preisrichter, welche sowohl als ausübende Künstler, sowie auch als Klavierpädagogen eine hervorragende Bedeutung haben, die vollste Garantie, anderseits aber ist der große Absatz und die schnelle Verbreitung dieses Werkes so kurze Zeit nach seinem Erscheinen der beste Beweis von der Brauchbarkeit desselben. Nun kann aber eine Klavierschule unmöglich in erschöpfender Weise alle diejenigen technischen Uebungen bringen, welche nöthig sind, einen Klavierschüler so weit zu fördern, daß er auf eigenen füßen stehen und seine eigenen Wege gehen kann. Diese sehr richtige Erkenntniß hat auch Herrn Urbach, den Verfasser der genannten Klavierschule, veranlaßt, in besonderen Heften alle diejenigen Fingerübungen und Nebungsstücke zu bringen, welche als erweitertes Material der Klavierschule anzusehen sind, und mit der letzteren zusammen ein vollständiges, geschlossenes Werk bilden sollen. Da nenne ich zunächst folgendes Heft: Nothwendige Fingerübungen von Karl Urbach. Im Anschluß an dessen Preisklavierschule. Op. 79. Preis 2,50 M. Verlag von Siegismund& Dolkening in Leipzig.


