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Der bekannte Komponist Wilh, Fink in Berlin urtheilt über eine Anzahl ihm gesandter Hefte wie folgt:
Neue Musikalien. Die Verlagshandlung von Siegismund & Volkening in Leipzig, bekannt durch die Herausgabe der Preis- KlavierThule von Urbadhi, eines Unterrichtswerkes, welches seiner vorzüglichen Eigenschaften und des unvergleichlich billigen Preises( 3 m.) wegen bis jetzt wol unerreicht ist, hat sich auch die Herausgabe verschiedener anderer musikalischen Kompositionen angelegen sein lassen. Unter dem Sammeltitel: Musikalische Blüten und Perlen" find folgende empfehlenswerthe Klavierstücke in Ausgaben mit eleganten farbentiteln erschienen:
270. 1. Urbach, Crüße aus dem Bodethal. Walzer. 1,25 M.
2. Mendelsfohn, Bochzeilsmarfch. 1 M.
3. Weber, Aufforderung zum Tanz. 1,25 M.
4. Seinke, 16 kleine inftrukfine Stücke. 1,50 m.
5. Michalek, die schöne Nacht.
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6. Ardifi, Kuhmalzer. M.
7. Pisdhel, am Morgen. Lied mit Violin- und Klavierbegleitung. ( Frau Prof. Joachim gewidmet.) M.
8/10. Penhl, Melodienfreund. Volksweisen mit Variationen für Klavier. Heft I. II. III.
11. Badarzemska, Gebet einer Jungfrau. 80 Pf.
12. Temes, Abschiedsmarsch. M.
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" 13/14. Varga Károly, auf der Pufsta. Heft I. II. à 2 M.
Von den einzelnen Nummern, die in hohem Grade Beachtung verdienen, ragen vor allen Dingen hervor: No. 13/14. Auf der Pussfa, ungarische Zigeunerweisen für Pianoforte von Varga károly( Franz Behr), zwei Hefte, jedes 5 Nummern enthaltend. Wer diese Musik hört, glaubt sich in das phantastisch bunte Treiben eines Zigeunerlagers versetzt, wo die Kinder der Pußta ihre Weisen erklingen lassen, bald klagend in wunderbar ergreifender Weise, bald aufjauchzend in wilder Lust. Selten wol hat ein Komponist den charakteristischen Ton dieser Weisen so zu treffen gewußt, wie es Varga Károly verstand, der den Zigeunern diese Weisen unmittelbar abgelauscht zu haben scheint. Die Schreibart dieser ZigeunerFerner weisen ist eine überaus edle, fie wird niemals seicht und trivial. No. 8/10: Melodienfreund, Volksweisen mit Variationen für Klavier, bearbeitet pon Johannes fenhil, Op. 71, drei Hefte. Jedes Heft enthält 2 ummern, und zwar Heft 1: Robin Adair und Der Kukuk und die Schäferin; Heft 2: Mutterseelenallein und Wiegenlied( von C. M. v. Weber); Heft 3: Der rothe Sarafan und Lang, lang ist's her. Diese Melodien sind in leichter, aber sehr geschickter Weise bearbeitet und kurz, aber sehr ansprechend variirt. Freunden dieser überaus schönen Melodien werden diese Hefte eine sehr willkommene Gabe sein.
Durch die Ausgabe des prächtigen, schwungvollen Bochzeitsmarfches aus dem Sommernachtstraum von Mendelssohn( 20. 2), sowie der Aufforderung zum Tanz von Weber( No. 3.) in diesen schönen Ausgaben hat obige Verlagshandlung sich besonderen Dank verdient.
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Höchst beachtenswert sind No. 4: Sechszefin kleine inftruktine Stücke für Pianoforte von 0. Beinke. Op. 13. Mit diesem Hefte, welches 14 karakte


