3. Januar.
Abend.
Offenb. 2, 5. Gedenke, wovon du gefallen bist, und thue Buße.
Gerechter und heiliger Gott, du hast heute meinen Ausgang und Eingang behütet, daß mir kein Uebel ist begegnet. Aber ach, hätte ich nur nicht Uebels vor dir gethan! Ich gedenke jetzt an meine Sünden. Meine Gedanken haben sich oft von dir verirrt und sind auf eitle und böse Dinge ausgeschweift. Mein Mund hat nicht allemal geredet in deiner Gegenwart, ich habe mich nicht stets erinnert, daß du alles siehest und hörest. Fallen bringt dem Leibe Schmerzen, Sündigen verursacht Wunden und Schmerzen der Seele. Ich gedenke aber nicht allein daran, sondern ich thue auch Buße. Es ist mir leid, daß ich wider dich gesündiget habe. Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge alle meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. Ich bin tief gefallen; aber ich richte mich an dem Kreuze Jesu wieder auf; er ist die Versöhnung für meine Sünde; erbarme dich über mich, und nimm mich zu Gnaden an. Mein heutiger Fall soll mir in Zukunft zu größerer Vorsicht dienen, daß ich nicht wieder die vorigen Wege gehe, noch dich auf's neue betrübe. Gott, gib mir Kraft dazu; schenke mir deinen heiligen Geist, der mich auf den Weg des Friedens leite. Mein Leben fällt dahin wie die Blätter von den Bäumen, aber laß mich nicht aus deiner Gnade fallen. Mit solchen Gedanken will ich einschlafen; schenke mir eine stille Ruhe und wende alles Verderben von mir ab, so soll morgen mein Mund deines Ruhmes voll sein.
6
Ob bei uns ist der Sünde viel, Bei Gott ist viel mehr Gnade; Sein Hand zu helfen hat kein Ziel, Wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, Der Israel erlösen wird.
Von seinen Sünd.n allen. Amen.


