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2. Januar. Morgen.
Hiob 28, 28. Die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Verstand.
Heiliger Gott, du hast nach deiner großen Barmherzigkeit mich den Tag wieder erleben lassen. Gib mir Weisheit und Verstand zu meinen Berufsgeschäften, daß ich sie in deinem Namen und in deiner Gegenwart anfange und nach deinem Willen im Segen zu deiner Ehre vollbringe. Mein Gott, wie viel Stricke legt mir der Satan und die Welt, um mich von deiner Furcht und Liebe abzuziehen! Wie gelüftet mein Fleisch wider den Geist! Gib mir Weisheit, dich allein zu erwählen, dich nimmermehr aus meinem Herzen und Gedanken zu lassen, in deiner Furcht zu wandeln, dich nicht zu beleidigen, weder mit Gedanken, noch mit Worten oder Werken. Laß deine Furcht immer vor mir sein, daß ich als dein Kind dir allezeit nach den Augen sehe, ob dir mein Wort, mein Weg und Werk gefalle. Böſe Wege laß mich nicht gehen, böse und unnütze Worte nicht reden, von sündlichen Werken schrecke meine Seele ab, und laß mich nicht auf das sehen, was die Welt für böse hält, sondern was du als Sünde verboten haſt. Laß mich auch die Gleichstellung der Welt für böse halten, und alle Freundschaft fliehen, durch welche ich deine Freundschaft verlieren müßte. Mein Herz und Wille müsse sich allein nach dir richten. Meine Weisheit sei, dir zu gefallen, aber nicht der Welt, und mit ihr zu fündigen. Wirft sie deßwegen Spott, Verachtung auf mich, als ob ich keinen Verstand hätte, mich in ihre Sitten zu schicken, so laß dein Wort ein Licht auf meinem Wege und dein Wohlgefallen mein Trost ſein, bis ich in deiner Furcht im Glauben und in der Frömmigkeit den Tag und endlich auch mein Leben schließe. Laß deine Furcht, Gott, mich regieren, Mich stets auf dich, den Höchsten, seh'n; Laß sie mich zu der Weisheit führen: So werd ich niemals irre gehn. Wohl dem, der dich stets kindlich scheut! Dich fürchten, Gott, ist Seligkeit. Amen.
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