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3. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er weiß nur, was uns nühet; wie ungewiß irrt jedermann, der sich auf ihn nicht stüßet! Ja seine Treu
ist immer neu;
drum will ich auf ihn bauen und seiner Güte trauen.
4. Was Gott thut, das ist wohlgethan; er ist mein Licht und Leben, der mir nichts Böses gönnen kann;
ihm will ich mich ergeben in Freud und Leid; es kommt die Zeit,
da öffentlich erscheinet, wie treulich er eß meinet.
5. Was Gott thut, das ist wohlgethan; muß ich den Kelch gleich schmecken, der bitter ist nach meinem Bahn, laß ich mich doch nicht schrecken, weil er zulegt
mich doch ergeht
mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen.
6. Was Gott thut, das ist wohlgethan, dabei will ich verbleiben!
Es mag mich auf die rauhe Bahn Not, Tod und Elend treiben, so wird Gott mich
doch väterlich
in seinen Armen halten, drum laß ich ihn nur walten. Samuel Rodigast( 1649-1708).
D.
Gebete aus der hessischen Kirchenagende.
1. Sonntags- Gebet vor der Predigt am Altar.
O himmlischer Bater, ewiger und barmherziger Gott, wir arme Sünder erscheinen vor Deiner göttlichen Majestät und bekennen, wie die Wahrheit ist, daß wir nicht allein empfangen und geboren sind in aller Bosheit und Verderbnis, und daher geneigt zu allem Bösen, aber unnüz zu einigem Guten, sondern auch, daß wir mit unserm sündlichen Leben noch ohne Unterlaß Deine heiligen Gebote übertreten, dadurch wir Deinen Zorn wider uns reizen und nach Deinem gerechten Urteil auf uns laden zeitliche und ewige Strafen.


