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2. Du, hier mein Leben, dort mein Lohn! Sohn Gottes und des Menschen Sohn! des Himmels großer König! aus vollem Herzen preif' ich dich! hab' ich nur dich, so rühret mich, was alle Belt reizt, wenig. Komm doch, Komm doch!
wahrlich keiner
tröstet deiner, Brot des Lebens, wenn ihn hungert, sich vergebens.
3. Jn dir nur kann ich selig sein. Geuß tief, tief in mein Herz hinein die Flamme deiner Liebe!
daß in mir nichts als Inbrunst sei, kein Weltfinn deine Leiden scheu', kein Undank dich betrübe.
Nach dir,
nach dir,
den ich fasse
und nicht lasse,
ewig wable,
dürftet meine ganze Seele.
4. Bon Gott strahlt mir ein Freudenlicht,
so oft dein lieblich Angesicht
sich neigt mich anzublicken. Mein Jesu, du mein höchstes Gut! dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut fann Seelen recht erquicken. Speif' mich,
tränk mich,
Seligmacher!
daß ich Schwacher, daß ich Erde, Himmelsfreuden inne werde.
5. Und wie, Gott Vater, preif' ich dich? Gott, ewig, ewig hast du mich in deinem Sohn geliebet.
Dein Sohn hat mich ihm fest vereint. Er selbst mein König, ist mein Freund. Troß' dem nun, was betrübet! Seele!
Seele!
ihn, den Sieger stolzer Krieger, wähl' zum Freunde
und dann fürchte keine Feinde.
6. Ihm, welcher Höll' und Tod bezwang, ihm, ihm müss' unser Lobgesang mit jedem Tag erschallen: dem Lamme, das erwürget ist,
dem Freunde, der uns nie vergißt, zum Ruhm und Wohlgefallen. Tönet!
Tönet! Jubellieder! schallet wieder,
daß die Erde
ganz voll seines Lobes werde.
7. Wie frcu ich mich, o Jesu Christ,
daß du der Erst' und Lehte bist,
der Anfang und das Ende.
Du schließest selig meinen Lauf, Du weckst mich auch von Toten auf; des klopf' ich in die Hände.
Amen!
Amen! ja wir müssen denn wir wissen,
wem wir trauen,
noch dereinst dein Antlig schauen.
-
Philipp Nicolai, † 1608.


