6)( Ref. Ges. Nr. 270, Luth. Ges. Nr. 256, Kernl. 146.)
1. Jesus, meine Zuversicht und mein Heiland, ist im Leben! dieses weiß ich, sollt' ich nicht auch zu sterben mich ergeben? was die lange Todesnacht mir auch für Gedanken macht!
2. Jesus, mein Erlöser, lebt! ich werd auch das Leben schauen, wenn er mich zu sich erhebt; warum sollte mir denn grauen? Er ist der Gemeinde Haupt, und sein Glied, wer an ihn glaubt.
3. Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden; er hält mich bei meiner Hand in den dunkeln Todesstunden, er führt mich auf rechter Bahn und nimmt mich zu Ehren an.
4. Fleisch bin ich und muß daher auch einmal zu Staube werden. Dieses weiß ich; doch wird er mich erwecken aus der Erden, daß ich in der Herrlichkeit bei ihm sei in Ewigkeit.
5. Dann umgiebt mich diese Haut, dieser Leib, wie ich fest glaube; Gott wird dann von mir geschaut, wenn ich aufsteh' aus dem Staube. Ja, in diesem Fleisch werd' ich sehen, mein Erlöser, dich.
6. Ob dies Aug' im Tode bricht, wird's doch meinen Netter kennen. Ich, ich selbst, kein Fremder nicht, werd in seiner Liebe brennen. Dank ihm! Dank ihm! Preis und Ruhm! wunderbar schafft er mich um!
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7. Was hier leidet, seufzt und fleht, wird nicht ewig untergeben, irdisch werd ich ausgefät, himmlisch werd ich auferstehen. zu verwesen sink ich ein; dann werd ich unsterblich sein.
8. Freudig bin ich und getrost! dann steigt mein Versöhner nieder. Wann ich sterb', ist er mein Trost, und den Toten ruft er wieder, wenn einst die Posaune klingt, die durch alle Gräber dringt.
9. Und mich schreckte noch der Tod? mich die Gräber und ihr Grauen? meinen Mittler, meinen Gott, Jesum Chriftum werd ich schauen! Dann wird Leben, Sieg und Heil, ewig, ewig sein mein Teil.
10. Nur daß du dich, Seel, erhebst von den Lüsten dieser Erden und schon hier dem Gotte lebst, mit dem du vereint sollst werden! Willst du seines Heils dich freun, mußt Du, Seele, heilig sein.
Luise Henriette von Brandenburg( 1627-1667).
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