Druckschrift 
Gesangbuch für die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern : [nebst Ordnung und Form des Hauptgottesdienstes an Sonn- und Festtagen]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Gebetlieder

alles mein Thun, sonst wirds mich ewig reuen.

3. Verleih, daß ich aus Her­zensgrund mein Feinden mög vergeben, verzeih mir auch zu dieser Stund, schaff mir ein neues Leben. Dein Wort mein Speis laß allweg seyn, damit mein Seel zu nähren, mich zu wehren, wenn Unglück geht daher, das mich bald möcht verkehren.

4. Laß mich kein Lust noch Furcht von dir in dieser Welt abwenden; beständig seyn ins End gib mir; du hasts allein in Händen! Und wem dus gibst, der hats umsonst; es mag Niemand erwerben noch erer­ben durch Werk deine Gnad, die uns errett vom Sterben.

5. Ich lieg im Streit und widerstreb; hilf, o Herr Christ, dem Schwachen! An deiner Gnad allein ich kleb; du kannst mich stärker machen. Kommt

nun Anfechtung her, so wehr, daß sie mich nicht umstoße; du kannſt maßen, daß mirs nicht bring Gefähr. Ich weiß, du wirsts nicht lassen.

Paul Speratus, geb. 1484,+ 1554.

Eigne Melodie.

+

18. Herzlich lieb hab ich

dich, o Herr! Ich bitt, wollst seyn von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden! Die ganze Welt nicht freuet mich, nach Himm'l und Erden nicht

frag ich, wenn ich dich nur kann haben. Und wenn mir gleic mein Herz zerbricht, so bist doch du mein Zuversicht, mein Theil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden laß mich nimmermehr.

2. Es ist ja, Herr, dein G'schenf und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben; damit ichs brauch zum Lobe dein, zu Nuß und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben! Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr, in allem Kreuz erhalte mich, auf daß ichs trag geduldiglich! Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Seel in Todesnoth.

Engelein am lezten End die 3. Ach, Herr, laß dein lieb Seele mein Schoß tragen, den Leib in in Abrahams seim Schlaffämmerlein gar fanft ohn einge Qual und Bein ruhn bis am jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, daß meine Augen dich in

aller Freud, o Gottessohn, mein Heiland und mein Gnaden­thron! Herr Jesu Christ, er­höre mich, erhöre mich, ich will dich preisen ewiglich.

Martin Schalling, geb. 1532, 1608