1. Capitel., Gegrüßet seist du, Königin'. 25 Heiligen zu befißen, um Maria zu lieben, gleichwie sie dieselbe lieben; ja ich wünschte mir das Leben aller Menschen, um es aus Liebe zu Maria hingeben zu können. Möchten wir den liebenswürdigsten Namen Mariens gleichsam mit scharfem Eisen auf unsere Brust graben wie Radegundis, die Gemahlin des Königs Clothar gethan, oder ihn mit glühendem Eisen in unser Fleisch einprägen, wie von Liebe beseelt ihre treuen Diener Johannes Archieto und Augustin Espinoja wirklich gethan. Was wir auch immer aus Liebe zu ihr thun mögen, so wird dies doch niemals gleichkommen der Liebe, die sie für uns trägt.
Beispiel.
Gegenwärtig wird die Seligsprechung des am Feste Maria Lichtmeß 1853 heiligmäßig gestorbenen P. Maria Paul Franz Libermann vorbereitet, des Stifters der Missionäre vom heiligsten Herzen Mariä' zur Bekehrung der Neger. Dieser heiligmäßige Ordensmann, vordem rationalistischer Jude und Rabbinatscandidat, aus Zabern im Elsaß, empfing 1826 die heilige Taufe. Nach seiner Bekehrung wurde er von der Epilepsie( Fallsucht) befallen und durch dieſe Krankheit ihm der Weg zum Priesterthum und zu seinem Vorhaben versperrt. In dieſer traurigen Lage nahm Libermann seine Zuflucht zur allerseligsten Jungfrau und machte eine Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau nach Loretto. Er machte sie zu Fuß, im Bettlergewand, sein Mantel bestand nur aus einem Haufen durch Nadeln und grobe Nähte zusammengehaltener Feben von verschiedener Größe und Farbe, und er erfuhr alle Demüthigungen der Armuth. Er fand, was er suchte; das Licht göttlicher Erleuchtungen kam in Strömen über ihn, seine Krankheit verschwand wie


