Druckschrift 
Die Herrlichkeiten Mariens / von hl. Alphons von Liguori. Für das deutsche Volk umgearbeitet und mit Andachts-Uebungen vermehrt von Anton Merk. Verbessert hrsg. von J. B. Kempf
Entstehung
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1. Capitel., Gegrüßet seist du, Königin. 19 Prüfungen mich befallen, wenn ich einst auf dem Todbette liege und den letzten Kampf bestehen muß: o so verlaß mich nicht, hilf deinem Kinde durch deine mütterliche Fürbitte und führe mich dorthin, wo ich mit dir meinen Heiland ewig preisen fann! Amen.

S. 3. Maria, eine liebevolle Mutter.

Der Beweggrund der Liebe unsrer göttlichen Mutter Maria zu uns beruht auf ihrer Liebe zu Gott. Die Liebe Gottes und des Nächsten stehen, nach dem Zeugnisse des hl. Johannes, im in­nigsten Verhältnisse zu einander. Dies Gebot haben wir von Gott, daß, wer Gott liebt, auch seinen Bruder liebt." Je mehr wir Gott lieben, desto größer wird unsre Liebe gegen den Näch­sten. Wie viel Großes haben nicht die Heiligen, die von einer wahren Liebe zu Gott durchdrungen waren, für ihre Mitmenschen geleistet! Sind doch einige so weit gegangen, daß sie Ihm Freiheit, ja selbst ihr Leben deshalb bereitwillig hinopfer­ten. Erinnern wir uns, was ein hl. Franciscus Xaverius in Indien gethan, wo er auf die gefähr­lichsten Berge stieg und sich tausend Gefahren aus­ſetzte, um die dortigen Heiden aufzusuchen und ihnen zur Erkenntniß des wahren Gottes zu ver­helfen. Erinnern wir uns eines hl. Franz von Sales, der, um die Irrgläubigen von Chablais zu bekehren, lange Zeit hindurch täglich auf einem mit Eis bedeckten Baumstamme, an dem er sich mit Händen und Füßen anklammern mußte, um nicht auszugleiten, über einen Fluß sezte, damit