Druckschrift 
Die Herrlichkeiten Mariens / von hl. Alphons von Liguori. Für das deutsche Volk umgearbeitet und mit Andachts-Uebungen vermehrt von Anton Merk. Verbessert hrsg. von J. B. Kempf
Entstehung
Einzelbild herunterladen

1. Capitel., Gegrüßet seist du, Königin'. 15 reden lassen; wir wollen mit Stillschweigen über­gehen die Versuchten, welche sie unterstützt, die Betrübten, welche sie getröstet, die Gefallenen, denen sie aufgeholfen, die nahezu Verzweifelnden, die sie aufgerichtet, die Sterbenden, welche sie bei dem gefährlichen Uebergange in die Ewigkeit ge­gen die Anfälle des bösen Feindes vertheidigt hat; denn daß Millionen von Zeugen ihre Liebe zu uns an den Tag gelegt haben, ist eine anerkannte Thatjache: so viele öffentliche Denkmäler, so zahl­reiche Schriften werden bis an das Ende der Zeiten reden; nur an den Hauptbeweis wollen wir uns halten. Was denkt und spricht die hei lige Kirche von der Barmherzigkeit unsrer Mutter? Was sagt ein berühmter Kirchenrath? ,, Maria geht unsern Wünschen entgegen und kommt unsern Gebeten zuvor!" Was singen wir im Hause Got­tes? Maria ist die Zuflucht der Sünder, der Trost der Betrübten, das Heil der Kranken!" Wie lautet jener uralte Gesang? ,, Daß du, o heilige Jungfrau, eine Mutter der Gnaden, eine Mutter der Barmherzigkeit bist; daß das Mitleid mit dir geboren und von Kindheit an mit dir gewach­sen sei." So dachte von jeher die heilige Kir­che, so dachten unsre Väter und Voreltern von Maria. Welch eine Fülle des Trostes und der Zuversicht: die Mutter unsres Erlösers ist auch unsere Mutter!

" 1

Wenn dich, Verehrer Mariens, die Welt ver­läßt, sieh, Maria ist deine Mutter, sie wird dich nicht verlassen. Wenn du in trüben Stunden mit schweren Leiden zu kämpfen hast und keinen Men­schen mehr findest, der sich deiner annimmt; fieh,