1. Capitel., Gegrüßet seist du, Königin'. 11
der es nicht verschmähe, könne an ihrer Barmherzigkeit theilnehmen; und sei auch ein Mensch noch so weit vom Pfade des Heils abgeirrt, er werde, wenn er sich vertrauensvoll um ihre Vermittelung bewerbe, zur Wiederaufnahme in den Stand der Gnade gelangen.
Das Bewußtsein, wie vieles Maria bei Gott vermag, und wie barmherzig sie sich gegen jeden bußfertigen Sünder erweist, muß unsren Herzen ein unermeßliches Vertrauen zu ihr einflößen. Wenn darum der Gedanke an die schwere Last unsrer Sünden und Verschuldungen uns darnieder drückt und muthlos macht, so wollen wir es nicht vergessen, daß Maria eine Königin der Barmherzigkeit ge= worden, um durch ihren vielvermögenden Beistand die größten und verlassensten Sünder, die Zuflucht bei ihr suchen, zu retten und in den Schooß der Seligkeit zurückzuführen; wir wollen es nicht unterlassen, mit findlichem Vertrauen ihre VermitteLung anzurufen, um wieder in den Besiz des verlornen Heils zu gelangen.
Beispiel.
Ein Mann von höherem Stande, der schon lange die heiligen Sacramente nicht mehr empfangen hatte, kam in eine Kirche Unserer Lieben Frau von der immerwährenden Hilfe, nicht um sich zu bekehren, sondern aus Neugierde. Während seine Blicke auf dem Gnadenbilde ruhten, fühlte er sich innerlich erregt und beunruhigt. Furcht und Gewissensbiffe bemächtigten sich seiner Seele. Um sich zu zerstreuen, schaut er auf einen andern Gegenstand, aber das mitleidige Antlitz der Gottesmutter bleibt seiner Seele eingeprägt und erinnert ihn an sein gottloses Leben.
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