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Benjamin Schmolkens Gott geheiligte Morgen- und Abend-Andachten : nebst einem Anhang von andächtigen Wetter-Gebeten / angefertigt durch Friedrich Roth-Scholzen, Herrenstadio-Silesium
Entstehung
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allgemeines Morgengebet.

Gott, verhänge nicht, daß der Tag, der mir er­schienen, als ein unglückselger Tag mir zum Falle möge dienen, deine Gnade zu verscherzen, in ver­stocktem Sinn zu gehn, und also von deinem Himmel ewiglich getrennt zu stehn. Der du Vater bist des Lichts, ach erwecke mein Gewissen, daß es diesen Tag nicht schläft, weil die Augen machen müssen: Laß mich heute nicht Verkehrtes denken, reden oder thun, deinen Zorn und mein Verderben nicht vor meiner Thüre ruhn. Laß die Macht der Finsterniß mit der Nacht sich von mir kehren, laß mich nicht mein Brod umsonst nur mit Müßiggehn verzehren: Hilf, daß ich den Tag nicht brauche, wie ein Kind der Finsterniß, noch das Licht von deiner Sonne meinen Sünden scheinen müß. Faulheit, Unbedachtsamkeit und unordentliches Wesen heiße ferne von mir sein. Was du mir zu thun erlesen, laß mich ungehindert schaffen, daß ich diesen ganzen Tag in Geschäften des Berufes keine Trägheit finden mag. Hilf, daß ich nichts unterlaß, nichts vergesse, nichts verschiebe, nichts zur Unzeit nehme für, oder sonst Versäumniß liebe: Daß die Nacht nicht wird zum Tage und der Tag zur Nacht gemacht, noch mein Leib durch schnödes Sorgen vor der Zeit ins Grab gebracht. Treib durch deinen Schutz von mir böse Menschen, böse Thiere; Laß nicht zu, daß mich mein Gang auf Verführungswege füre, daß ich nicht Gesell­schaft finde, die auf mein Verderben sieht, oder sonsten wohin gehe, da mein Unglück blüht; soll ich endlich diesen Tag noch auf Erden überleben, wollest du in Fried und Ruh einen Feierabend ge­ben, daß ich alsdann nicht getränkter und betrübter schlafen geh, als ich jetzt an diesem Morgen, Herr,