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Benjamin Schmolkens Gott geheiligte Morgen- und Abend-Andachten : nebst einem Anhang von andächtigen Wetter-Gebeten / angefertigt durch Friedrich Roth-Scholzen, Herrenstadio-Silesium
Entstehung
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Benjamin Schmolkens

nicht verdienet, doch so reichlich zugewandt: wie du mich erschaffen hast, da ich vormals nie gewesen: wie du mich erlöset hast, da ich doch zu Zorn er­lesen: wie du ferner mich geheiligt, da ich war verkehrt im Sinn, und mich bis auf heut erhalten, da ichs doch nicht würdig bin. Alles, alles ist von dir, und aus deinem Schooß genommen. Weil ich diesen Morgen nun alles neu geschenkt bekommen, und auch selber ganz von Neuem gleichsam lebend worden bin, ach, so nimm zu einem Opfer alles, was ich habe, hin. Ich will heut und allezeit dich bekennen, an dich denken; Liebe, Lob und Ehren- Preis dir mit Mund und Herzen schenken. Seele, Leib und was ich habe, stehet dir zu Dienst bereit, ich will deine Güte rühmen hier und dort in Ewigkeit.

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Bitte.

Siehe, mein Gott! diesen Tag hab nun aber­mal erblicket, und du weißst, daß jeder Tag seine neue Plage drücket: Ja du weißt, daß ich noch sündlich, dürftig und beladen sei; und mein Elend, wie du kennest, wird auch alle Morgen neu. Drum so lasse diesen Tag deine Güte nicht verschwinden; straf mich nicht, verwirf mich nicht und verlaß mich nicht in Sünden. Hilf, daß auch der Feind der Seelen keine Macht an mir erhält und mit seinen Höllenstricken mich nicht gar zu Boden fällt. Ach vergib, wenn ich mein Herz schnöden Lüsten einge­räumet, wenn ich Sündliches gedacht, wenn mir Schändliches geträumet, meine Lagerstatt beflecket, mein Gewissen sehr verletzt, meinem Nächsten nach­gestellet, und mich wider dich gesetzt. Frommec