I. Unterricht über den Jubiläums- Ablaß.
alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden, darum gehet hin..."( Matth. 28, 18.) „ Wie Mich der Vater gesendet hat, so sende Ich euch."( Joh. 20, 21.) Zu Petrus insbesondere sagte Er: ,, Dir will Jch die Schlüssel des Himmelreiches übergeben. Was immer du binden wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gebunden sein; und was immer du lösen wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gelöset sein."( Matth. 16, 19.) Durch diese Worte machte Christus die Kirche zur Inhaberin seiner eigenen Gewalt, und schon von den Aposteln ward sie auch auf die zeitlichen Strafen der Sünden angewendet. Ohne allen Zweifel hat der heilige Baulus dem Blutschänder in Corinth einen wirklichen Ablaß ertheilt, als er auf die Bitten der Gläubigen und mit Rücksicht auf sie diesem demüthigen und bußfertigen Sünder den Rest seiner Strafe nachließ. Der heilige Paulus selber sagt: ,, Was ich vergeben habe, wenn ich etwas vergeben habe, das geschah um euretwillen an Christi Statt."( II. Cor. 2, 10.) Blickt man auf die andern staunenswerthen Vollmachten, welche Christus seiner Kirche übertragen hat, so erscheint die Nachlassung zeitlicher Strafen durch Ablässe als die Krone und der Abschluß des Wirkens der göttlichen
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