210 Die Geschichte des Leidens, Sterbens und der Auferstehung 2c.
Gleich nach dieser ersten Erscheinung des HErrn Jesu geschah die zweite den übrigen Weibern, als sie auf dem Wege waren, um die Verkündigung der Engel den Jüngern anzuzeigen. 3u welcher Zeit auch die Hüter des Grabes den Hohenpriestern von demjenigen, was geschehen war, Nachricht bringen; aber von selbigen durch Bestechung zur Verfälschung der Wahrheit verleitet werden.
Jesus offenbarte sich hierauf noch an dem Tage seiner Auferstehung den zween Jüngern, die nach Emmaus gingen.
Nach dem Evangelio des zweiten Ostertages, wo zugleich die nach 1. Cor. 15, 5 dem Petro besonders geschehene Erscheinung erwähnet wird.
Und am Abend desselbigen Tages seinen versammelten Jüngern,
Siehe den ersten Teil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern, vergl. mit Marc. 16, 14, Luc. 24, 36-44.
denen er acht Tage darauf im Beisein des Thomas zum andern Male erscheinet.
Siehe den andern Teil des Evangelii am ersten Sonntage nach Ostern.
Darnach offenbarete sich Jesus abermals den Jüngern an dem Meer bei Tiberias. Er offenbarete sich aber also: Es waren bei einander Simon Petrus und Thomas, der da heißet 3willing, und Nathanael von Cana in Galiläa und die Söhne Zebedäi und andere zween seiner Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprachen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und traten in das Schiff alsobald; und in derselbigen Nacht fingen sie nichts. Da es aber jetzt Morgen war, stund Jesus am Ufer, aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werfet das Netz zur Rechten des Schiffs, so werdet ihr finden. Da warfen sie, und konntens nicht mehr ziehen vor der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, welchen Jesus lieb hatte, zu Petro: Es ist der HErr. Da Simon Petrus hörete, daß es der HErr war, gürtete er das Hemd um sich( denn er war nacket) und warf sich ins Meer. Die andern Jünger kamen auf dem Schiffe,( denn sie waren nicht fern vom Lande, sondern bei zweihundert Ellen) und zogen das Netz mit den Fischen. Als sie nun austraten auf das Land, sahen sie Kohlen gelegt und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringet her von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt. Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz aufs Land voll großer Fische, hundert drei und funfzig. Und wiewohl ihrer so viel waren, zerriß doch das Netz nicht. Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl. Niemand aber unter den Jüngern durfte ihn fragen: wer bist du? denn sie wußtens, daß es der HErr war. Da kommt Jesus, und nimmt das Brot, und giebts ihnen, desselbigengleichen auch die Fische. Das ist nun das dritte Mal, daß Jesus offenbaret ist seinen Jüngern, nachdem er von den Toten auferstanden ist. Nachdem sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petro: Simon Johanna, hast du mich lieber, denn mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja HErr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmer. Spricht er zum andern Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja HErr, du weißt, daß ich dich lieb habe. Spricht er zu ihm: Weide meine Schafe. Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum


