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Evangelisch-lutherisches Gesangbuch der Hannoverschen Landeskirche : [nebst] Gebete [und] Lektionar
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unsers HErrn und Heilandes Jesu Christi.

des Tages sich nach dem Grabe Jesu begaben, um ihn mit den zubereiteten Specereien zu falben, wird noch vor ihrer Ankunft das Grab Jesu, bei seiner Auferstehung, unter einem Erdbeben, durch einen Engel, zur großen Bestürzung der Hüter eröffnet.

Siehe das Evangelium am 1. Oftertage, vergl. mit Matth. 28 und Luc. 24, 1. Unter ihnen kommt Maria Magdalena zu dem Grabe und siehet, daß der Stein vom Grabe hinweg war. Da läuft sie, kommt zu Simon Petro und dem andern Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den HErrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

Auch die übrigen Weiber sehen den Stein abgewälzet, und gehen hinein in das Grab, wo sie den Leib Jesu nicht finden; aber zu verschiedenen Malen durch Engel die Versicherung seiner Auferstehung und den Auftrag erhalten, solche seinen Jüngern zu verkündigen.

Siehe das Evangelium des 1. Oftertages, vergl. mit Matth. 28 und Luc. 24, 2-11. Unterdessen ging Petrus und der andere Jünger auf die von der Maria Magdalena erhaltene Nachricht hinaus und kamen zum Grabe. Es liefen aber die zween mit einander, und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam zuerst zum Grabe, guckt hinein und siehet die Beinen geleget, er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab, und siehet die Leinen gelegt und das Schweiß­fuch, das Jesus um das Haupt gebunden war, nicht bei die Leinen gelegt, sondern beiseits eingewickelt an einen besonderen Ort; und es nahm ihn Wunder, wie das zuginge. Da ging auch der andere Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sah und glaubete es. Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen.

Jesus aber, da er auferstanden war, früh am ersten Tage der Sab­bather, erschien er am ersten der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte. Diese Maria nämlich( die Petro und dem andern Jünger gefolget und bei deren Weggehen zurück geblieben war) stand vor dem Grabe und weinte draußen. Als sie nun weinete, guckte sie in das Grab und siehet zween Engel in weißen Kleidern siten, einen zum Haupte und den andern zu Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten. Und die­selbigen sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen HErrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hin­gelegt haben. Und als sie das sagte, wandte sie sich zurück und siehet Jesum stehen, und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? wen suchest du? Sie meinet, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hin­gelegt, so will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria. Da wandte sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni, das heißet Meister. Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehe aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Maria Magdalena kommt und verkündiget den Jüngern, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weineten: Ich habe den HErrn gesehen, und solches hat er zu mir gesagt. Und dieselbigen, da sie höreten, daß er lebte und wäre ihr erschienen, glaubeten sie nicht.

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