Druckschrift 
Trutznachtigall / von Friedrich Spee. Erneut von Karl Pannier
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Spee, Truhnachtigall.

Sie die Zeiten thut bereiten Nur von Perlen und Krystall. Sie will laufen, nie verschnaufen, Weben, schweben überall.

Sich die schönen Vöglein rüsten, Schärfen ihre Schnäbelein, Lassen sich des Sangs gelüsten, Blasen ihre Pfeifelein.

In die Lüfte hoch sich heben, Breiten ihre Flügel frank; Wenn sie durch die Lüfte schweben, Sagen sie dem Schöpfer Dank.

Auf den Feldern wieder liegen Weiß die Wollenherden zart, Wir mit Schafen und mit Ziegen Ziehn zur grünen Sommerfahrt. Ich und Halton, gleich an Jahren, Auch zu gleicher Morgenfrüh' Treiben doch nicht gleiche Scharen: Ich die Schäfslein, er die Küh'.

Wieder sich die Felder zieren, Thun die grünen Läden auf; Tausend Blümlein da stolzieren: Oder bunt gemalte Hauf'! Schaf' und Rinder nun verschnaufen

Auf den Wiesen voller Lust Und der Säugemütter Haufen Rundet seine flache Bruſt.

Wieder schau' ich nun vor Augen

Tausend weiße Lämmerlein; Wieder läßt der Halton saugen Tausend bunte Kälberlein.

267