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Spee, Truhnachtigall.
daß Gott auch in deutscher Sprache seine Poeten hätte, die sein Lob und seinen Namen ebenso künstlich wie andere in ihren Sprachen singen und verkünden könnten, und also derjenigen Menschen Herzen, so es lesen oder hören werden, in Gott und göttlichen Sachen ein Genügen und FrohLocken schöpfen.
4.
Und zwar, die deutschen Wörter betreffend, soll sich der Leser sicher darauf verlassen, daß keines passiert worden, so sich nicht bei guten Autoren finden lasse oder bei guten Deutschen bräuchlich sei, obschon alle und jede Wörter nicht bei einer Stadt oder Land zu finden sind, vielmehr ist das Privilegium oder Vollmacht, Dialekte zu gebrauchen, in acht genommen.
5.
Neben dem ist Fleiß angewendet worden, daß so gar nichts Ungleiches, Hartes, Rauhes oder Gezwungenes je dem Leser zu Ohren komme, wenn nur der rechte Schlag und Ton im Ablesen der Verse beobachtet und getroffen wird, was insonderheit in acht muß genommen werden vornehmlich in den Sprungreimen oder versen in deutscher Sprache, die sonst trochäische Verse bei den Gelehrten genannt werden. Sonst sind es iambische Verse, denn diese Art sich am meisten in unsere deutsche Sprache fügt. Und werden die trochäischen Reime also geleſen, wie das Pange lingua gloriosi oder„ Mein Zung' erkling' und fröhlich sing"", wie hier:
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mit Schlägen gezeigt stehet; mit den anderen hat's feine besondere Beschwernis.
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